Während früher die Drehzahl über das Radlager oder das Differenzial gemessen wurde, übernimmt das heute ein Raddrehzahlsensor.
Diese wurden mit den Jahren immer weiterentwickelt, sodass es inzwischen verschiedene Raddrehzahlsensoren Bauarten auf dem Markt gibt.
Welcher Sensor verbaut ist, hängt oft mit dem Baujahr des jeweiligen Fahrzeuges zusammen.
Ich habe mich daher mal genauer damit befasst und gehe auf die verschiedenen Eigenschaften der jeweiligen Raddrehzahlsensoren Typen ein.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, ich kann dir noch einiges beibringen.
Welche Raddrehzahlsensoren gibt es?
Wenn du einen Raddrehzahlsensor suchst, wirst du feststellen, dass es hier verschiedene Bauarten gibt.
Generell werden Raddrehzahlsensoren in 2 Kategorien unterteilt.
- Aktive Raddrehzahlsensoren
- Passive Raddrehzahlsensoren
Passive Raddrehzahlsensoren werden auch als DF6-Sensor bezeichnet und wurden vorwiegend in Fahrzeugen bis Baujahr 2003 verbaut.
Hier werden nahezu immer Zahnräder aus Metall verwendet.
Der Sensor selbst besteht aus einem Dauermagneten, der mit einer Spule umwickelt ist.
Sobald sich das Rad dreht, erzeugen die Zahnräder ein variables Magnetfeld, welches in der Spule eine Spannung erzeugt.
Dadurch kann ein analoges Steuersignal an das ABS Steuergerät gesendet werden.
Je höher die Drehzahl ist, desto höher ist auch die Schwingungsweite des Signals.
Nachteil: Bei sehr niedriger Drehzahl ist die Schwingungsweite so gering, dass kein Signal an das ABS Steuergerät gesendet werden kann.
Im Durchschnitt wird das Signal erst ab ca. 30 km/h erfasst.
Passive Raddrehzahlsensoren gelten daher als nicht sehr präzise und heutzutage gibt es bessere Lösungen.
Die Ansaugbrücke klappert? Hier findest du Hilfe.
Passive und Aktive Raddrehzahlsensoren – Unterschiede
Wie oben bereits erwähnt, gibt es noch die passiven Raddrehzahlsensoren, welche vermehrt ab Baujahr 2003 eingesetzt werden.
Bezeichnet werden diese auch als DF10-Sensoren.
Diese Sensor Bauart arbeitet unabhängig von der Drehzahl und ist somit genauer als ein passiver Drehzahlsensor.
Bei jedem Impuls wird die gleiche Schwingungsweite erzeugt, wodurch jede Drehzahl und sogar ein Stillstand erkannt werden kann.
Anfänglich wurden bei diesen Sensoren noch Zahnräder verwendet.
Ab 2006 kam jedoch vermehrt ein Magnetring zum Einsatz.
Da DF10-Sensoren mit Spannung versorgt werden müssen, werden sie als aktive Sensoren bezeichnet.
Dazu werden die Sensoren mit zwei Kabeln verbunden.
Dabei handelt es sich um ein Kabel für die Spannungsversorgung sowie eins für die Masse.
Aber auch zwischen den aktiven Sensoren gibt es Unterschiede, weshalb es für Laien nicht gerade einfach ist, den passenden Sensor zu finden.
Aktiver Raddrehzahlsensor – welche Bauarten gibt es?
Die heute verbauten aktiven Sensoren werden in 3 Bauarten unterteilt.
- Hallsensoren
- Hallsensor mit Magnetencoder
- Aktiver Magnetoresistiver SENSOR
Der Hallsensor besteht aus einem Halbleiter. Dieser ist mit einer elektronischen Schaltung verbunden und erzeugt Wechselstrom.
Das Wechselstrom-Analog Signal wird bei diesem Sensor in ein digitales Signal umgewandelt.
Bei Hallsensoren mit Magnetencoder wird das Magnetfeld durch den Magnetencoder im Dichtring erzeugt.
Das gezahnte Impulsrad wird somit durch den Magnetencoder ersetzt.
Beim magnetoresistiven Sensor wird das Signal in komplexen Anordnungen detektiert.
Das bedeutet dort, wo der Sensor in einer größeren Entfernung zum Encoderdichtring angeordnet ist.
Welche Raddrehzahlsensor Hersteller gibt es?
Je nach Marke und Fahrzeugmodell kostet ein Drehzahlsensor zwischen 25 und 45 Euro.
Bekannte Hersteller von Raddrehzahlsensoren sind:
- Bosch
- ATE
- und ABS
Darüber hinaus gibt es aber auch günstige Modelle, die oft als Eigenmarken geführt werden.
Dazu zählt zum Beispiel die Eigenmarke Bestprice von ATP.
Weitere Raddrehzahlsensor Hersteller sind Febi Bilstein, Ridex und Hella.
Beim Wechsel von Raddrehzahlsensoren wird immer empfohlen, zu Sensoren in OEM Qualität zu greifen.
Bei schlechten Nachbau Sensoren kann es unter Umständen sonst zu Problemen kommen.
Mehrzweckfett oder Langzeitfett – was ist besser? Hier findest du Antworten.
Was kostet es einen ABS Raddrehzahlsensor zu wechseln?
Für einen Profi ist der Wechsel des Sensors relativ schnell erledigt. Wer sich ein wenig mit dem Thema auskennt, der kann den Wechsel auch selbst vornehmen und sich so die Kosten für die Werkstatt sparen.
Der Arbeitsaufwand beträgt zwischen 30 und 60 Minuten. Du musst also nicht mit einem langen Ausfall deines Fahrzeugs rechnen.
Die Kosten für den Aus- und Einbau betragen in der Werkstatt dementsprechend zwischen 20 und 100 Euro. Es kann sich also durchaus lohnen, hier verschiedene Preisangebote einzuholen.
Hinzu kommen natürlich noch die Kosten für den Sensor selbst, welche sich aber meistens im Rahmen halten.
Hier kannst du grob mit 25 bis 45 Euro rechnen.
Die Gesamtkosten liegen somit zwischen 45 und 145 Euro.
Nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Schutz anderer sollte ein defekter ABS Sensor zeitnah ausgetauscht werden. Schließlich handelt es sich hierbei um ein sicherheitsrelevantes Bauteil des Bremssystems.
Dein VW Crafter nimmt kein Gas an? Dann sieh dir diesen Beitrag an.
ABS Sensor reinigen oder wechseln?
Für viele stellt sich die Frage, ob der Sensor ausgetauscht werden muss oder ob es nicht vielleicht noch eine günstigere Alternative gibt.
Dass ein ABS Sensor wegen Verschmutzungen komplett ausfällt, ist eher unwahrscheinlich.
Dennoch kann es sein, dass durch Verschmutzungen falsche Werte übermittelt werden.
In diesem Fall lässt sich das Problem manchmal noch mit einer Reinigung des Sensors beheben.
So reinigst du den ABS Raddrehzahlsensor richtig:
Zur Reinigung sollte die Bohrung gründlich mit Schmirgelpapier und Rostlöser gesäubert werden.
Gute Rostlöser bekommst du schon unter 4 Euro.
Außerdem sollten die Steckverbindungen mit Kontaktspray behandelt werden.
Auch hier gibt es günstige Reiniger unter 5 Euro.
Oberflächlichen Schmutz kannst du einfach mit Bremsenreiniger (im Durchschnitt 6 Euro) und einem fusselfreien Tuch entfernen.
Die oben genannten Produkte sollte eigentlich jeder Hobbyschrauber in seiner Werkstatt haben.
Fazit
In diesem Beitrag konntest du erfahren, dass das Thema Drehzahlsensor recht komplex ist, da es verschiedene Bauarten gibt.
Generell wird zwischen passiven und aktiven Sensoren unterschieden.
Die aktiven Sensoren werden heute meistens verbaut und lassen sich nochmal in 3 Untergruppen einteilen.
Beim Austausch des ABS Raddrehzahlsensors solltest du daher unbedingt darauf achten, das passende Ersatzteil zu kaufen.
Verschiedene Hersteller wie Febi Bilstein oder Heller bieten passende Sensoren für verschiedene Fahrzeuge an.
Ich hoffe, dir hat mein Beitrag gefallen und ich konnte dir einige Tipps mit auf den Weg geben.
Ich würde mich freuen, dich bald wieder auf CAMPERWELTEN begrüßen zu dürfen.
Titelfoto: Bauarten von Raddrehzahlsensoren (Quelle: eltaeurope)
