Ein lackierter Bremssattel erhöht den optischen Eindruck deines Fahrzeugs. In der Regel muss ein Bremssattel nicht unbedingt lackiert werden, denn er besteht aus Gusseisen.
Möchtest du dennoch den Bremssattel lackieren, gibt es nur eine Möglichkeit – Bremssattellack, denn dieser besitzt die benötigten Eigenschaften.
Die gleichen Anforderungen erfüllt allerdings auch Zinkspray. Denn Zinkspray ist Grundierung und Lack in einem.
Ob Zinkspray zum Bremssattel lackieren geeignet ist, klären wir im heutigen Beitrag Bremssattel mit Zinkspray lackieren?
Was ist ein Bremssattel?
Der Bremssattel ist ein recht gut verstecktes Bauteil an jedem Fahrzeug. Vom Bremssattel werden an einem ganz bestimmten Punkt die Bremsscheiben umschlossen.
Direkt im Bremssattel befinden sich die Bremsbeläge und die Brems Druckzylinder.
Der Bremssattel befindet sich an einer ziemlich ungeschützten Stelle am Rad und ist deshalb den Umwelteinflüssen extrem ausgesetzt.
Dazu gehören:
- Salz
- Steinschlag
- Abrieb von den Bremsbelägen und der Bremsscheibe
- Schneller Temperaturwechsel zwischen heiß und kalt.
Wenn du eine Luftfederung Wohnmobil nachrüsten möchtest, benötigst du neue Bremssattel.
Warum Bremssattel lackieren?
Aufgrund der oben erwähnten Einflüsse würde ein serienmäßig verbauter und nicht lackierter Bremssattel ziemlich schnell ramponiert aussehen.
Allerdings sagt der optische Eindruck nichts über seine Gebrauchstauglichkeit aus, denn er ist aus Gusseisen.
Auch wenn er stark verschmutzt oder rostig aussieht, ist das nicht schlimm.
Befindet sich der Bremssattel hinter vollflächigen Radkappen oder hinter Stahlfelgen, kannst du dir eine Lackierung der Bremssättel ersparen.
Anders verhält es sich bei optisch aufgewerteten Autos. In diesem Fall muss das Fahrzeug Akzente setzen. Das heißt: Die Dynamik und Sportlichkeit des Fahrzeugs soll betont werden.
Die Bremsscheiben werden bei jedem Bremsvorgang abgeschliffen, weshalb sie naturgemäß immer blitzblank aussehen.
Normal ist der Bremssattel immer sichtbar, sodass ein werksseitig schwarzer, angerosteter oder schmutziger Sattel optisch keinen guten Eindruck macht.
Kurz zusammengefasst: Für ein optisches Tuning gehört ein lackierter Bremssattel dazu.
Die Meinung der Hersteller
Der Hersteller der bekannten Sportbremsen Brembo rät dringend von der Lackierung eines Bremssattels ab.
Denn bei einem Brembo-Bremssattel ist werksmäßig bereits eine hitzebeständige Farbschicht vorhanden, sodass keine Lackierung notwendig ist. Diese lässt sich leicht reinigen.
Wurde solch ein Sattel dennoch überlackiert, kannst du leicht auf ein minderwertiges, gefälschtes oder gestohlenes Produkt hereinfallen.
Allerdings spricht nichts gegen eine dezente optische Aufwertung bei allen anderen Serien-Bremssätteln.
Bremssattel zum Lackieren ausbauen oder nicht
Das hängt allein von deinem Qualitätsanspruch ab. Reicht dir ein flüchtiger optischer Eindruck aus, musst du nicht unbedingt den Bremssattel ausbauen.
Legst du aber Wert auf eine hervorragende Qualität, kommst du um einen Ausbau des Bremssattels nicht herum.
Das liegt einfach daran, dass du einen eingebauten Bremssattel nicht gründlich genug glätten und reinigen kannst.
Befinden sich bereits zahlreiche Rostnarben auf dem alten Bremssattel, ist ein einfaches Überlackieren sinnlos. Hier musst du mit Brunox Epoxy den Bremssattel vorbehandeln.
Das musst du wissen – Den Bremssattel immer mit Bremssattel Lack überlackieren
Das A und O beim Lackieren des Bremssattels ist der richtige Lack, denn es kommt nicht nur auf irgendeinen Lack an, sondern an dessen Eigenschaften.
Ein Bremssattellack muss folgende Eigenschaften besitzen:
- Dehnfähigkeit
- Hitzebeständigkeit
- Widerstandsfähig gegen Steinschlag
- Abrieb
- Salz
Diese Eigenschaften besitzen unter anderem Heizkörperlack oder Autolack nicht im Geringsten.
Das heißt: Ohne einen zugelassenen Bremssattellack riskierst du deine Verkehrssicherheit.
Bremssattel lackieren
Nicht ausgebauter Sattel
Die einfachste Methode für DIY ist, den Bremssattel nicht auszubauen. Hat aber den Nachteil, dass der Bremssattel nicht ausreichend gereinigt werden kann.
Geeigneten Bremssattellack gibt es von Foliatec, Paintsystems und Raid. Alle werden in einem Set angeboten.
Das Set besteht aus:
- Drahtbürste
- Bremsenreiniger
- 2K-Lack (Farbe + Härter)
- Handschuhe
- Pinsel
Im eingebauten Zustand ist nur die Pinsel Methode empfehlenswert, denn damit sparst du dir das erforderliche Abkleben der Teile, die nicht lackiert werden dürfen.
Achte darauf, dass die Farbe nirgendwo hingelangt, wo sie nicht hingehört, wie die Bremse selbst.
Mit einer Spraydose hast du schnell die ABS-Sensoren verklebt, die Bremsbeläge unwirksam gemacht oder gar den Bremszylinder verklemmt.
Deshalb wäre hier Zinkspray nicht angebracht.
Zuerst solltest du das Fahrzeug aufbocken. Allerdings genügt hier nicht der einfache Wagenheber, sondern verwende professionelle KFZ-Aufstellböcke.
Diese gibt es schon ab 25 EUR (paarweise). Vor dem Aufbocken solltest du bereits die Radmuttern lösen. Jetzt kannst du das Rad demontieren.
Im nächsten Schritt reinigst du kräftig die gesamte Bremse mit Bremsenreiniger.
Anschließend schrubst du mit einer Drahtbürste den Bremssattel und den Bremsenreiniger ab.
Und das so lange, bis keine Farbreste oder Rost mehr zu sehen sind. Gehe bei der Bremssattel Reinigung äußerst gründlich vor und lass dir dabei viel Zeit.
Solltest du keine ruhige Hand besitzen, dann klebe sicherheitshalber die Bremsscheiben mit etwas Kreppband ab.
Jetzt geht es ans Lackieren. Arbeite dabei mit kleinen Strichen von oben nach unten, mit wenig Farbe. Am besten deckt die Farbe, wenn du im “Kreuzgang” arbeitest.
Achte darauf, dass kein Lack auf Manschetten, Bremsscheiben oder Bremsbeläge gelangt.
Auf keinen Fall darfst du den Bremsklotz lackieren!
Den Bremssattel trocknen lassen. Danach das Rad wieder montieren und das Fahrzeug abbocken.
Bremssattel im ausgebauten Zustand lackieren
In diesem Fall benötigst du aber ein wenig Kenntnisse und Fingerspitzengefühl, denn der Bremssattel ist Teil der Bremszange und ist hydraulisch und mechanisch mit dem Auto verbunden.
Damit du die Bremszange ausbauen kannst, musst du diese von der Bremsleitung lösen. Bei dieser Gelegenheit kannst du gleich die Gängigkeit des Bremszylinders überprüfen.
Jetzt reinigst du den Bremssattel, wie oben schon beschrieben. Zusätzlich glättest du den Bremssattel.
Hierfür verwendest du ausschließlich Schmirgelpapier und arbeitest mit der Hand.
Für den Bremssattel lackieren KEINE Spachtelmasse verwenden. Anschließend alles gut mit Bremsenreiniger säubern, trocknen lassen und zügig mit dem Lackieren beginnen.
Ansonsten würde sich schnell wieder Flugrost ansammeln. Wenn alles getrocknet ist, baust du die Bremse wieder zusammen.
Danach das Entlüften der Bremse nicht vergessen!
Bremssattel mit Zinkspray lackieren
Prinzipiell ist es möglich, denn Zinkspray ist ein ideales Rostschutzmittel. Es darf aber nicht direkt auf Rost aufgetragen werden und es ist abhängig davon, wie schnell Zinkspray trocknet.
Da du den Bremssattel von Rost und Schmutz befreien musst, kannst du anstatt Bremssattellack auch Zinkspray verwenden.
Denn Zinkspray weist die gleichen Eigenschaften auf wie der Bremssattellack.
Auch hier musst du aufpassen, dass keine Teile der Bremsanlage mit Zinkspray in Kontakt kommt.
Zusammenfassung
Einen Bremssattel musst du nur lackieren, wenn du dein Fahrzeug aufwerten möchtest. Hierfür eignet sich sowohl Zinkspray als auch Bremssattellack, weil beide die gleichen benötigten Eigenschaften besitzen.
Allerdings musst du den Bremssattel im ausgebauten Zustand lackieren, damit etwa der ABS-Sensor nicht verklebt. Empfehlenswerter ist Bremssattellack zu verwenden.
Ich hoffe, der Beitrag Bremssattel mit Zinkspray lackieren war interessant und sage danke für deinen Besuch auf CAMPERWELTEN.
Titelfoto: Bremssattel mit Zinkspray lackieren (Quelle: tradeling)
