Wann Ist Leinölfirnis Zu überstreichen? (vom Bastler …)


Leinölfirnis ist ein natürliches Holzschutzmittel. Bei der Bearbeitung und Nachbehandlung muss aber einiges beachtet werden.

Wann darf ich Leinölfirnis überstreichen? Nach dem ersten Anstrich lässt du das Holz 24 Stunden trocknen. Die Oberfläche muss sich trocken anfühlen und darf nicht mehr stark glänzen. Den ersten Anstrich schleifst du dann mit einem Schleifschwamm glatt, um danach die zweite Schicht aufzutragen. Der Leinölfirnis ist nach vier Wochen komplett ausgehärtet und ist mit Lasur oder Lack überstreichbar.

Was du bei der Verarbeitung des Leinölfirnis beachten musst, erfährst du im heutigen Beitrag Leinölfirnis wann zu überstreichen?

Leinölfirnis – Ein natürlicher Holzschutz

Mit der Leinölfirnis, aber auch mit Leinöl kannst du Holz vor Feuchtigkeit auf natürliche Weise schützen. 

Dabei ist Leinöl der wichtigste Bestandteil der Leinölfirnis. Gewonnen wird das Leinöl aus der Lein- oder Flachspflanze. 

Dem Leinöl werden dann Sikkative und weitere Substanzen hinzugefügt, danach wird das Öl gekocht. Auf diese Weise entsteht Leinölfirnis.

Mithilfe der Zusätze wird das Öl zähflüssiger, wodurch der Trocknungsprozess beschleunigt wird und durch die Aufnahme von Luftsauerstoff aushärtet.

Schließlich entsteht ein schützender sowie Wasser- und Schmutz abweisender Film auf der Holzoberfläche.

Dieser Film ähnelt Lack. Im Gegensatz zu Lack dringt Leinölfirnis tief in das Holz ein.

Sowohl Leinöl und Leinölfirnis kannst du zum Ölen von Holz verwenden. Das Leinöl zieht schnell in das Holz ein. 

Außer, wenn das Holz bereits gesättigt ist, ist es nicht mehr saugfähig, somit zieht Leinölfirnis nicht ein.

Leinöl schützt das Holz bedingt vor Feuchtigkeit und hält es geschmeidig. Allerdings benötigt Leinöl sehr lange zum Trocknen. 

Es kann bis zu zwei Wochen dauern, bis die Holzoberfläche vollständig getrocknet ist. Anders sieht das mit der Leinölfirnis aus. 

Denn Leinölfirnis trocknet wesentlich schneller, weil es zähflüssiger ist. Doch auch dieser erreicht nach drei bis vier Wochen erst seine endgültige Festigkeit.

Fazit: Das ist nichts für ungeduldige Leute.

Wann kann ich Leinölfirnis überstreichen?

Ist der Leinölfirnis komplett ausgehärtet, also etwa nach drei bis vier Wochen, kannst du diesen beliebig überstreichen oder überlackieren. 

Hierfür musst du die Oberfläche schleifen und säubern. Anschließend kannst du einen wasserbasierten Lack auftragen.

Ist der Leinölfirnis bisher nicht komplett ausgehärtet, verwende einen lösemittelbasierten Alkyd- oder Alkyd-PU-Lack.

Wie wird Leinölfirnis überlackiert?

Alte Möbelstücke, die eine vollständig ausgehärtete Leinölfirnis-Schicht besitzen, kannst du einfach überlackieren. Sogar mit wasserbasierten Lack.

Anleitung:

  • Oberfläche schleifen. Bei stark abgenutzten Oberflächen musst du diese so lange bearbeiten, bis sie ansehnlich ist. Verwende dazu unterschiedliche Körnungen.

  • Den gewünschten Lack auftragen und gut aushärten lassen.

  • Föhre einen Zwischenschliff durch.

  • Die nächste Lackschicht auftragen.

  • Bis zur gewünschten Anzahl an Lackschichten den Vorgang wiederholen.

Tipp: Einige Alkyd-Lacke sind sehr zähflüssig und dick. Sie lassen sich deshalb nicht gut verarbeiten. Verdünne den Lack mit einer passenden Verdünnung.

Der richtige Anstrich mit Leinölfirnis

Folgende Dinge benötigst du für einen Anstrich mit Leinölfirnis:

  • Ein Gefäß zum Mischen

  • Einen Schwamm, Roller oder Pinsel, je nachdem, was du bevorzugst

  • Ein Baumwolltuch

  • Leinölfirnis

  • Terpentin oder Terpentinersatz

  • Einen Schleifschwamm

Achte beim Kauf der Leinölfirnis auf die Angaben, denn Leinölfirnis ist sehr ergiebig. Bedenke aber auch, dass eventuell mehrere Anstriche erforderlich sind.

Welches Leinölfirnis ist das Beste? Zu empfehlen ist der Plid Leinölfirnis für den Innen- und Außenbereich, den du für etwa 18 Euro bei Amazon bekommst.

Das zu behandelnde Holz sollte auf jeden Fall sauber, staubfrei, fettfrei und trocken sein. Wichtig ist auch eine Raum- bzw. Außentemperatur von mindestens 15 °C.

Des Weiteren muss das Holz unbearbeitet sein, das heißt, du musst von älteren Möbelstücken sämtliche Farb- oder Lackschichten gründlich entfernen.

Ist das Holz fertig mit der Vorbehandlung, mischst du in einem Verhältnis 1:1 den Leinölfirnis mit Terpentin oder Terpentinersatz. 

Warum muss ich Leinölfirnis mit Terpentin verdünnen?

Man nennt diese Mischung auch Halböl und sie dient als Grundierung, denn aufgrund der flüssigen Konsistenz zieht sie tief in das Holz ein.

Am besten lässt sich das sogenannte Halböl mit einem Schwamm auftragen. Nachdem der Halböl Anstrich getrocknet ist, kannst du das Holz mit unverdünntem Leinölfirnis streichen. 

Wenn dir das Auftragen mit einem Schwamm nicht genehm ist, kannst du es auch mit einem Roller, Pinsel, Lappen auftragen oder sogar aufspritzen.

Wegen der Zähflüssigkeit der Leinölfirnis können sich nach einer gewissen Trocknungszeit sogenannte Laufnasen bilden. Deshalb solltest du spätestens nach 20 Minuten nachsehen.

Notfalls musst du diese mit einem Schwamm glatt ziehen. 

Das musst du wissen: Nach der kompletten Aushärtung verschwindet der unangenehme Geruch der Leinölfirnis. Achte deshalb stets auf eine gute Belüftung.

Tipp: Erwärme das Leinölfirnis im Wasserbad auf 30 bis 40 °C. Dadurch kannst du die Aushärtung beschleunigen.

Meistens sind mindestens zwei Anstriche nötig. Für diesen Zweck lässt du das Holz entweder über Nacht oder einen Tag trocknen.

Oder besser noch, die Oberfläche muss sich trocken anfühlen und darf nicht mehr stark glänzen. 

Den ersten Anstrich schleifst du mit einem Schleifschwamm glatt. Bevor du die zweite Schicht Leinölfirnis auf die Oberfläche auftragen möchtest, solltest du den Schleifstaub entfernen.

Einen Schleifschwamm erhältst du bei Amazon ab 14,55 € im Set von 12 Stück.

Bei Bedarf musst du diesen Vorgang ein weiteres Mal wiederholen. Dies ist abhängig von der Saugfähigkeit des Holzes.

Leinöl oder Leinölfirnis?

LeinölLeinölfirnis
Es ist dünnflüssiger und dringt deshalb tiefer in das Holz ein.

Leinöl schützt das Holz besser vor Feuchtigkeit.

Es enthält keine Zusatzstoffe, sodass du Leinöl auch in der Küche verwenden kannst.
Leinölfirnis trocknet schneller.

Das Holz wird auch vor  mechanischen Belastungen geschützt.

Wofür kann ich Leinölfirnis verwenden?

Du kannst jedes Holz, egal ob Nadelholz oder Laubholz, mit Leinölfirnis streichen.   Da beim Anstrich eine vor Feuchtigkeit schützende Schicht entsteht, ist Leinölfirnis auch für Fußböden und im Außenbereich anwendbar.

Allerdings gibt es mit Leinölfirnis keinen Schutz vor Holzzerstörenden Insekten und Pilzen.

Zusammenfassung

Leinölfirnis trocknet schneller als Leinöl. Dennoch ist Leinölfirnis erst nach drei bis vier Wochen richtig ausgehärtet.    

Danach kann dieser mit Lasur oder wasserbasierten Lack überstrichen werden.     

Musst du mehrere Schichten Leinölfirnis auftragen, solltest du zwischen jeder Schicht 24 Stunden warten, ehe du die vorherige Schicht schleifst und wieder neu auftragen kannst.

Was du nicht tun darfst, ist wasserbasierten Lack auf nicht komplett ausgehärtetes Leinölfirnis auftragen.

Ich hoffe der Beitrag “Leinölfirnis wann zu überstreichen” war für dich hilfreich und bedanke mich für deinen Besuch auf CAMPERWELTEN.

Titelfoto: Wann ist Leinölfirnis überstreichbar? (Quelle: lausitzer-oelmuehle)

Lilly Fee

Lilly hat bis vor 9 Jahren als Physiotherapeut gearbeitet und ist jetzt Frührentner. In dieser Zeit hat sie sich mit den unterschiedlichsten Themen beschäftigt. Unter anderem auch mit Camping.

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