In Umweltzonen ist ein Dieselpartikelfilter Pflicht, weshalb sich Fahrverbote nur mit einem DPF umgehen lassen.
Auch wenn DPFs als nahezu wartungsfrei gelten, handelt es sich dabei um ein Verschleißteil, welches sich durch die Verbrennung von Kraftstoff immer mehr mit Ruß zusetzt.
Damit der Diesel Partikelfilter sich durch häufige Kurzstrecken nicht vorzeitig zusetzt, kann es sinnvoll sein, den DPF gelegentlich durch eine Regenerationsfahrt freizubrennen.
Vielen stellt sich in diesem Moment jedoch die Frage, wie mache ich eine Regenerationsfahrt?
Bei einer Regenerationsfahrt sollte am besten eine konstant hohe Geschwindigkeit für 25 bis 30 Minuten gefahren werden.
Die Drehzahl sollte zwischen 2.500 und 3.500 Umdrehungen liegen.
Dadurch wird die Motortemperatur erhöht und der Diesel Partikelfilter kann sich selbst freibrennen.
Aber lass mich dir das alles genauer in diesem Beitrag erklären.
Was ist eine Regenerationsfahrt?
Bei Fahrzeugen mit DPF wird zwischen einer passiven und aktiven Regeneration unterschieden.
Bei der Regenerationsfahrt handelt es sich um eine passive Regenerationsfahrt.
Das bedeutet, sobald die Abgase eine bestimmte Temperatur erreicht haben, wird der DPF freigebrannt.
Die optimale Temperatur wird bei konstant hohen Geschwindigkeiten erreicht, am besten also während einer Autobahnfahrt.
Wenn du viel mit deinem Auto auf der Autobahn unterwegs bist, kann es somit sein, dass eine Regeneration in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird.
Sie wird also auch dann durchgeführt, wenn sie nicht unbedingt notwendig ist.
Bei der passiven Regeneration nimmt das Motormanagement Änderungen zum Beispiel am Einspritzsystem vor, sobald die optimalen Abgastemperaturen erreicht sind.
Die Regeneration wird in diesem Fall also nur dann eingeleitet, wenn sie auch notwendig ist.
Alternativ kann die Regeneration auch manuell angesteuert werden.
Dafür wird aber eine entsprechende Software und das entsprechende Diagnosetool benötigt.
Zudem kann die Regeneration durch entsprechende DPF-Reiniger unterstützt werden.
Hierbei handelt es sich um ein DPF Additiv (knapp 20 Euro), welches einfach bei einem Volltank hinzugegeben wird.
Bei mir macht sich dadurch auch immer ein viel niedrigerer Kraftstoffverbrauch bemerkbar, es lohnt sich also auf jeden Fall.
Je nach Fahrweise gebe ich es jeden bis jeden 2. Volltank hinzu. Die Additive kosten meistens zwischen 10 und 20 Euro und sind von verschiedenen Herstellern erhältlich.
DPF bei welcher Drehzahl freifahren?
Damit eine Regeneration stattfinden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.
Darauf will ich nun genauer eingehen.
Während der Regenerationsfahrt benötigt der DPF nicht nur eine längere Strecke, sondern auch hohe Drehzahlen.
Die Drehzahlen sollten daher für ca. 30 Minuten über mindestens 2.000 Umdrehungen liegen.
Je nach Modell sind 2.500 bis 3.500 Umdrehungen optimal.
Vorsichtig solltest du bei Höhen über 3.000 müM sein, also bei Fahrten in höheren Gefilden quasi.
In diesen Höhen bekommt der Motor zu wenig Sauerstoff und die Bildung von Ruß kann steigen.
Eine optimale Regeneration ist hier nicht möglich.
Die Crafter Partikelfilter Lampe leuchtet? Dann wird es Zeit für eine Regenerationsfahrt.
Welche Abgastemperatur für Regenerationsfahrt?
Darüber hinaus ist die Abgastemperatur ein wichtiger Punkt für die Regeneration.
Optimal sind Abgastemperaturen ab 600 Grad Celsius, damit der DPF freigebrannt werden kann.
Diese Temperatur wird im normalen Fahrbetrieb kaum erreicht.
Im Stadtverkehr mit viel Stop and Go Passagen erreichen die Abgase zum Beispiel nur eine Temperatur um die 250 Grad Celsius.
Dadurch steigt der Abgasgegendruck und der Filter setzt sich immer mehr zu.
Anzeichen für einen verstopften Filter sind ein erhöhter Kraftstoffverbrauch sowie nachlassende Leistung.
In diesem Fall solltest du am besten eine längere Autobahnfahrt einplanen, damit der DPF sich wieder freibrennen kann.
In manchen Fällen kann aber auch eine Regenerationsfahrt nichts mehr bewirken. Darauf gehe ich nun ein.
Kann man einen verstopften DPF freifahren?
Eine Regenerationsfahrt sorgt zwar dafür, dass sich der Ruß im DPF nicht festsetzt, aber bei diesem Verbrennungsprozess entsteht Asche, welche sich natürlich im Dieselpartikelfilter ansammelt und dort verbleibt.
Ist die Beladungsgrenze des DPFs erreicht, hilft auch keine Regenerationsfahrt mehr.
Bei den meisten Partikelfiltern ist dieser Punkt je nach Fahrweise bei um die 150.000 km erreicht.
Eine Weiterfahrt mit vollem DPF ist nicht zu empfehlen.
Idealerweise empfiehlt sich eine DPF Reinigung oder der Wechsel des Dieselpartikelfilters.
Während du einen Nox Sensor reinigen kannst, solltest du die DPF Reinigung lieber einem Profi überlassen.
Die Kosten variieren zwischen 250 und 350 Euro.
Ist der DPF bereits beschädigt, da die Reinigung zu lange hinausgezögert wurde, ist eine Reinigung nicht mehr möglich.
Die Kosten für einen DPF Wechsel liegen oft bei über 1.000 Euro. Hier solltest du also am besten nicht zu lange warten.
DPF mit Vollgas freifahren?
Fakt ist, der DPF benötigt hohe Drehzahlen und somit hohe Geschwindigkeiten, um optimal freibrennen zu können.
Das bedeutet aber nicht, dass der DPF mit Vollgas freigefahren werden muss, auch wenn das gerne in Foren so zugetragen wird.
Das Gegenteil ist eher der Fall.
Viel besser ist eine konstante Geschwindigkeit zwischen 120 und 130 km/h, damit der Filter sauber und konstant regenerieren kann.
Wer viel auf der Autobahn fährt, wird also seltener das Problem eines verstopften DPFs haben, als jemand, der überwiegend nur im Stadtverkehr fährt.
Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall, in regelmäßigen Abständen eine gezielte Regenerationsfahrt durchzuführen.
Tipp: Von der Regeneration selbst bekommst du als Fahrer kaum etwas mit. Manche erkennen das an einem rauen Motorlauf, einem Brummen oder einem erhöhten Kraftstoffverbrauch.
Wichtig: Wird die Regeneration zu oft abgebrochen, kann es passieren, dass das Motormanagement die Regeneration in Zukunft sperrt und erst wieder freigeschaltet werden muss.
Ich spreche hier aus Erfahrung. 😉
Hier verrate ich dir, wie du den Crafter Innenraumfilter wechseln kannst.
Fazit
In diesem Beitrag konntest du erfahren, wie die Kriterien sich für eine optimale Regenerationsfahrt am besten erfüllen lassen.
Abschließend lässt sich sagen, dass das gar nicht so schwer ist.
Eine Autobahnfahrt von ca. 30 Minuten bei konstant hoher Geschwindigkeit und Drehzahl sind die Lösung.
Ist die Beladungsgrenze des DPFs jedoch erreicht, hilft eine Regenerationsfahrt nicht mehr.
Zuerst verringern sich die Abstände der Regenerations, bis sie schließlich gar nicht mehr durchgeführt wird.
Ich hoffe, dir hat der Beitrag gefallen und ich konnte dir viele Tipps mit auf den Weg geben. Ich würde mich freuen, dich bald wieder auf CAMPERWELTEN begrüßen zu dürfen.
Titelfoto: Dieselpartikelfilter Regenerationsfahrt (Quelle: dkuperformance)