Bei der Verwendung von Epoxidharz gibt es Einiges, was vor allem Einsteiger beachten müssen.
Bereits kleine Anwendungsfehler können dafür sorgen, dass sich das Epoxydharz nicht nur übermäßig erhitzt und qualmt, sondern schlimmstenfalls sogar brennt.
Doch keine Angst, da Epoxidharz exotherm reagiert, kann es durchaus normal sein, dass Epoxidharz qualmt.
Doch welche Kriterien beeinflussen die exotherme Reaktion und sorgen dafür, dass Epoxidharz so richtig qualmen und brodeln kann?
Ich verrate dir in diesem Beitrag, welche Fehler für die “Epoxidharz Rauchzeichen” verantwortlich sein können. 😉
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, ich kann dir weiterhelfen.
Wie reagiert Epoxidharz?
Werden Epoxidharz und Härter miteinander vermischt, kommt es zu einer chemischen Reaktion, welche als Nebeneffekt Wärme erzeugt.
Bezeichnet wird dieser Effekt auch als exotherme Reaktion.
Wie extrem die chemische Reaktion ausfällt, hängt unter anderem von der Umgebungstemperatur ab.
Hohe Temperaturen können den Effekt zum Beispiel beschleunigen/verstärken, während niedrige Temperaturen die Reaktion verlangsamen können.
Ein zu langsamer Ablaufprozess kann den Nachteil mit sich bringen, dass das Epoxidharz zwar fest wird, aber nicht vollständig aushärten kann.
Die Festigkeit ist somit zwar gegeben, aber durch Dauerbelastung im normalen Gebrauch kann es passieren, dass das Epoxidharz schon sehr bald nachgibt.
Doch bei welcher Temperatur lässt sich Epoxidharz am besten anmischen und verarbeiten?
Welche Umgebungstemperatur bei Epoxidharz Verarbeitung?
Die Umgebungstemperatur spielt eine wichtige Rolle bei den Eigenschaften von nicht ausgehärtetem Epoxidharz.
Schwankungen in der Temperatur können die Viskosität, sprich die Fließeigenschaften von Epoxidharz stark verändern.
Niedrige Temperaturen sorgen dafür, dass das Epoxidharz sehr dickflüssig wird und optimale Fließeigenschaften kaum noch gegeben sind.
Dadurch lassen sich bereits beim Anmischen die ersten Probleme feststellen, da Harz und Härter sich kaum miteinander vermengen lassen.
Arbeitest du mit Dosierpumpen, bleibt das Gemisch am Behälter und der Dosierpumpe kleben.
Zudem erfolgt die exotherme Reaktion verlangsamt, was insgesamt eine mangelhafte Verklebung zur Folge haben kann.
Laut Erfahrungsberichten liegt die optimale Verarbeitungstemperatur von Epoxidharz zwischen 20 – 25 Grad sowie einer Luftfeuchtigkeit von 70 %.
Genaue Angaben zur Verarbeitung findest du aber auch in den Herstellerangaben, da es zum Beispiel auch Epoxidharze gibt, die bei niedrigeren Temperaturen hervorragend angemischt werden können.
Bleibt das Epoxidharz zu weich, solltest du dir diesen Beitrag mal durchlesen.
Epoxidharz qualmt und brodelt – ist das normal?
Wie oben bereits erwähnt, reagiert Epoxidharz exotherm, sprich, bei der chemischen Reaktion entsteht Wärme.
Je nach Umgebungstemperatur, Mischungsverhältnis und anderen Faktoren kann es also auch durchaus passieren, dass das Epoxidharz beim Aushärten richtig heiß wird und fleißig brodelt und qualmt.
Je mehr Epoxidharz angemischt wird, desto mehr erhitzt sich das Gemisch. Hier sind Temperaturen über 200 Grad möglich.
Doch welche Faktoren beeinflussen die Temperatur von Epoxidharz und wie lässt es sich verhindern, dass Epoxidharz qualmt und kocht?
Ich habe einige Tipps für dich herausgefunden.
Epoxidharz kocht und qualmt – so lässt sich übermäßige Erhitzung vermeiden
Beim Anmischen von Epoxidharz spielt die Umgebungstemperatur eine wichtige Rolle. Die optimalen Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad.
Um eine zu starke Erhitzung zu vermeiden, ist es zudem sinnvoll, lieber kleine statt große Mengen anzumischen.
Ein Epoxidharz Anwender hat sogar einen Vergleich gemacht.
14 g Epoxidharz haben sich dort auf maximal 157 Grad erhitzt.
Bei 252 g stieg die Temperatur schon auf maximal 218 Grad Celsius. Der Unterschied ist also schon enorm.
Doch nicht nur die Temperatur spielt eine wichtige Rolle.
Auch ein falsches Mischungsverhältnis kann der Grund sein, wenn das Epoxidharz plötzlich vermehrt qualmt. Meistens wurde in dem Fall zu viel Härter verwendet.
Zudem solltest du beim Anmischen darauf achten, keine schmalen und hohen Behälter zu verwenden. Besser sind breite und niedrige Gefäße mit einer großen Oberfläche.
Oft fällt die Reaktion auch stärker aus, wenn der Harz und Härter zu zügig miteinander vermischt werden.
Du fragst dich, warum wird Epoxidharz gelb? Hier findest du Antworten.
Kann Epoxidharz brennen?
Wie du siehst, kann Epoxidharz unter bestimmten Voraussetzungen sehr heiß werden und dadurch auch kräftig qualmen und brodeln. Bei diesem Prozess entstehen außerdem gesundheitsschädliche Gase.
Doch das ist nicht die einzige Problematik.
Ab einer bestimmten Temperatur kann es passieren, dass Epoxidharz anfängt zu brennen.
Bei den oben genannten 218 Grad Celsius ist der Flammpunkt zum Beispiel deutlich überschritten.
Kommt das Epoxidharz nun mit einer Zündquelle in Kontakt, kann es durchaus anfangen zu brennen.
Zudem kann sehr heißes Epoxidharz auch umliegende Gegenstände entzünden.
Zudem entstehen bei so einer Hitze zahlreiche Reaktionsprodukte wie
- Phenol
- Benzol
- Phosgen
- Acrolein
- Chlormethan
- und Methylcyclopentadien.
Diese sollten natürlich nicht eingeatmet werden.
Epoxidharz sollte daher niemals in geschlossenen Räumen so hohe Temperaturen bekommen. Achte immer auf eine gute Belüftung oder arbeite nach Möglichkeit im Freien.
Zudem ist die richtige Schutzausrüstung wie Handschuhe, Atemmaske und Schutzbrille (als Set nur knapp 20 Euro) beim Arbeiten mit Epoxidharz unerlässlich.
Tipp: Nicht jedes Epoxidharz ist lebensmittelecht. Willst du mehr darüber erfahren? Dann ist der Beitrag, welches Epoxidharz ist lebensmittelecht interessant für dich.
Sicherer Umgang mit Epoxidharz – Tipps und Tricks
Ein sicherer Umgang mit Epoxidharz ist das A und O.
So ist es wichtig, beim Arbeiten mit Epoxidharz für ausreichend Belüftung zu sorgen und Hautkontakt mit Epoxidharz zu vermeiden.
Kurzärmelige Kleidung ist daher weniger geeignet und das Tragen von Handschuhen ist Pflicht.
Da beim chemischen Prozess auch gesundheitsschädliche Gase entstehen, solltest du eine Atemschutzmaske sowie eine Schutzbrille tragen.
Zu guter Letzt musst du das Epoxidharz genau so anmischen, wie es vom Hersteller vorgegeben ist.
Temperaturunterschiede oder ein falsches Mischungsverhältnis können das Ergebnis massiv beeinflussen.
Idealerweise werden immer nur kleinere Mengen in einem flachen Behälter angemischt.
In hohen Behältern erhitzt sich das Gemisch oft zu stark.
Fazit
Abschließend lässt sich also sagen, dass Epoxidharz durchaus sehr heiß werden und unter Umständen sogar qualmen kann.
Dieser exotherme Effekt kann durch verschiedene Faktoren, wie Mischungsverhältnis, Umgebungstemperatur und Form des Mischbehälters stark beeinflusst werden.
Mit den oben genannten Tipps lässt sich das Problem aber gut vermeiden.
Wichtig: Nicht nur eine zu starke Erwärmung durch hohe Temperaturen kann sich negativ auswirken.
Auch zu niedrige Temperaturen können das Ergebnis negativ beeinflussen.
Ich hoffe, dir hat mein Beitrag gefallen und meine Tipps konnten dir weiterhelfen.
Ich würde mich freuen, dich bald wieder auf CAMPERWELTEN begrüßen zu dürfen.
Titelfoto: Epoxidharz qualmt (Rechte: canva)
