Im ausgehärteten Zustand gelten Epoxidharze als wasserfest und hitzebeständig.
Doch wie sieht es allgemein aus? Vertragen sich Epoxidharz und Wasser? Kann ich Epoxid für Unterwasser Arbeiten nutzen?
So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten, denn in erster Linie kommt es auf das jeweilige Epoxidharz an.
Verallgemeinernd lässt sich aber sagen, dass sich die meisten Epoxidharze nicht gut mit Wasser vertragen und es in Kombination sogar zu Schwierigkeiten kommen kann.
Doch lass und mal genauer nachsehen, wie Epoxidharz mit Wasser reagiert und welche Epoxidharze zum Beispiel für den Unterwasser Einsatz geeignet sind.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, ich kann dir weiterhelfen.
Ist Epoxidharz wasserfest?
Kommen wir erstmal zu der Frage, wann darf Epoxidharz nass werden?
Im ausgehärteten Zustand gelten die meisten Epoxidharze als wasserfest und hitzebeständig.
Beim Anmischen oder während des Trocknungsprozesses dürfen Epoxidharze jedoch nicht mit Wasser oder anderen Substanzen in Berührung kommen.
Das bedeutet, selbst Pinsel, Rührbecher und andere Werkzeuge, die mit Epoxidharz in Berührung kommen, dürfen keine Wasserreste mehr aufweisen.
Am besten werden Werkzeuge daher mit Balsamterpentin ausgewaschen.
Auch der Untergrund darf keine Feuchtigkeit aufweisen und muss vorher gründlich getrocknet werden.
Sobald mehr als 6 % Feuchtigkeit enthalten sind (z.B. Beton) sollte unbedingt vorher eine entsprechende Grundierung aufgetragen werden.
Auch die Luftfeuchtigkeit sollte bei der Verarbeitung 70 % nicht übersteigen. Idealerweise liegt die Luftfeuchtigkeit bei 65 % oder weniger.
Epoxid und Wasser – Reaktion
Epoxidharz zählt, wie du sicherlich weißt, zu den Reaktionsharzen.
Das bedeutet, wenn Harz und Härter miteinander vermischt werden und mit Sauerstoff in Berührung kommen, kommt es zu einer chemischen Reaktion.
Im Fall von Epoxidharz kommt es zur Erhitzung.
Auch wenn Epoxidharz mit Wasser in Berührung kommt, kommt es zu einer chemischen Reaktion.
Das Verhältnis zwischen Harz und Härter muss exakt so angemischt werden, wie vom Hersteller angegeben. Nur kleine Veränderungen, zum Beispiel in Form von kleinen Wassermengen, können das Endergebnis negativ beeinflussen.
In vielen Fällen kommt es nicht zu der gewünschten Reaktion oder die Klebekraft von Epoxidharz lässt nach.
Auch während des Trocknungsprozesses sollte Wasser, Regen, hohe Luftfeuchtigkeit oder Kondenswasser auf der Epoxid Beschichtung verhindert werden.
Kommt noch nicht trockenes Epoxidharz mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung, kann es sonst zum Beispiel zur Bildung von Carbamat kommen.
Doch was genau ist eigentlich Carbamat und was kannst du dagegen tun? Lass uns mal genauer sehen.
Kann Epoxidharz durch Wasser weiße Flecken bekommen?
Während des Aushärtens kann es passieren, dass sich auf der Epoxidharzschicht unschöne weiße Flecken oder Schlieren bilden.
Optisch lassen sich die Verfärbungen auch mit Wasserflecken oder Verkalkungen vergleichen.
Für diese weißen Flecken gibt es auch einen Begriff: Carbamat.
Zur Carbamatbildung kommt es meistens, wenn die Amine von Epoxidharz neben ihrer gewöhnlichen Reaktion auch mit anderen Substanzen aus der Umgebung reagieren, wie zum Beispiel Wasser und Kohlenstoffdioxid.
Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn du dein Werkstück über Nacht draußen gelassen hast zum Trocknen, und es dann anfing zu regnen oder sich Tauwasser auf der Epoxidschicht gebildet hat.
Auch Wasserrückstände im Mixbecher oder am Pinsel können die Ursache dafür sein.
Bei kleineren Verfärbungen handelt es sich nur um einen optischen Mangel, der natürlich auch sehr lästig sein kann und so manches Kunstwerk ruiniert.
Tritt Carbamat allerdings großflächig auf, kann es auch zu Problemen kommen.
Doch was kannst du gegen Carbamat tun? Ist die Oberfläche überhaupt noch zu retten oder musst du nun alles neu machen?
Du fragst dich, welches Epoxidharz ist lebensmittelecht? Dann schau hier vorbei.
Epoxidharz hat weiße Schleier – was du tun kannst
Ich habe gute Nachrichten für dich. 😉
In den meisten Fällen lässt sich die Carbamat-Schicht sehr gut entfernen.
Bei Carbamat handelt es sich um ein Salz, welches sich zum Beispiel sehr gut mit 10 oder 20%iger Essigsäure entfernen lässt.
Sollten die Flecken schwerwiegender sein, kannst du diese auch mit 10%iger Essigsäure entfernen. Da Zitronensäure vom Geruch her angenehmer ist, würde ich es aber zuerst auch damit versuchen.
Am besten werden die Säuren mit einem Schwamm oder Schrubber ins Material eingearbeitet.
Nach 10 bis 30 Minuten Einwirkzeit kannst du dann alles mit klarem Wasser abspülen und abwischen.
Wie lange die Säuren einwirken müssen, hängt vom Schleiergrad ab. Je stärker der Schleier, desto länger sollte die Säure einwirken.
Warum trocknet Epoxidharz nicht? Hier findest du Antworten.
Gibt es Unterwasser Epoxid?
Feuchtigkeit und Nässe können bei Epoxidharz zu Haftungsproblemen führen, weshalb der Einsatz von Epoxidharz in einigen Bereichen schwierig werden kann.
Für Arbeiten an Rohren, Pumpen und Tank, aber auch an Abwasseranlagen und Schiffen kann es zum Beispiel zu Schwierigkeiten kommen.
Hier sollten daher spezielle Epoxidharze mit sehr guter Klebung sowie schneller Trocknung zum Einsatz kommen.
Am besten eignen sich sogenannte Unterwasser Epoxidharze wie zum Beispiel das Weicon UW Epoxidharz.
Wie du siehst, haben spezielle Unterwasser Harze auch ihren stolzen Preis, sind aber in den oben genannten Bereichen oft notwendig, da Anstriche oder Beschichtungen sich sonst in den meisten Fällen wieder lösen werden.
Wasser mit Epoxidharz gießen
Ein großer Vorteil von Epoxidharz ist seine Vielseitigkeit.
So kannst du Epoxidharz für Reparaturarbeiten, Beschichtungen oder Bodenversiegelung nutzen.
Auch im Modellbau oder Kunstbereich findet Epoxidharz vielseitige Anwendungsmöglichkeiten.
Wusstest du zum Beispiel, dass es mit Epoxidharz möglich ist, Wasser zu gießen und so einen Modellbau Fluß oder See erstellen zu können?
In diesem Video zeigt dir Bens H0 Bahn, wie es geht.
Fazit
Abschließend lässt sich sagen, sobald Epoxidharz getrocknet ist, stellt Wasser in der Regel kein Problem mehr dar.
Während der Trocknungszeit oder beim Anmischen reagiert Epoxidharz jedoch empfindlich auf Wasser und sollte daher unbedingt vermieden werden.
Für Arbeiten an Unterwasser Bereichen, wie zum Beispiel im Marinebereich, sollten zudem spezielle Unterwasser Epoxidharze verwendet werden.
Weißer Carbamat Schleier durch Feuchtigkeit auf der Epoxidschicht lassen sich mit Essigsäure oder Zitronensäure in der Regel immer entfernen.
Ich hoffe, dir hat mein Beitrag gefallen und ich konnte dir einige Tipps mit auf den Weg geben.
Ich würde mich freuen, dich bald wieder auf CAMPERWELTEN begrüßen zu dürfen.
Titelfoto: Epoxidharz & Wasser (Rechte: Canva)