Die Verwendung von Hammerite bei Fahrzeugen ist sehr umstritten. Laut Hersteller ist der Metallschutzlack nicht für Fahrzeuge oder Fahrzeugteile wie Bremssättel und Felgen geeignet.
Die Erfahrungen dazu spiegeln sich oft in Foren wider und es wird eher von Hammerite abgeraten – zumindest im KFZ Bereich.
So ist vor allem im Fahrzeugbereich ein Abplatzen oder Reißen des Lackes zu beklagen. Auch Rostunterwanderungen unter dem Hammerite sind keine Seltenheit und führen oft zu großem Ärger, denn hier kann der Rost fleißig weiter blühen.
Grund dafür ist die sehr harte Schutzschicht, die durch Hammerite hergestellt wird. Damit das Ganze funktionieren kann, muss eine dauerelastische Schutzschicht hergestellt werden.
Dazu kannst du zum Beispiel Hammerite mit Owatrol mischen. Aber lass uns mal genauer sehen, was hier machbar ist und ob sich ein Versuch lohnt.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, ich kann dir weiterhelfen.
Kann ich Hammerite für Fahrzeugteile verwenden?
Wer sich über das Thema Rostschutz informieren will, der wird viele Meinungen zu hören bekommen.
Auch wenn längst bekannt sein sollte, dass Hammerite laut Hersteller nicht für den KFZ-Bereich, sondern nur für den Heimwerkerbereich geeignet ist, gibt es immer wieder noch “Experten”, die Hammerite empfehlen.
Tatsächlich musste ich selbst auch erst kürzlich noch die Erfahrung machen.
Um das Problem ein bisschen verständlicher zu machen – Hammerite erfüllt nicht die Anforderungen, die eine Autolackierung erfüllen muss.
Dazu zählen zum Beispiel:
- Steinschlagfestigkeit
- und Benzinfestigkeit
Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Nachteile, die mit der Verwendung von Hammerite bei Fahrzeugen einhergehen.
Darauf werde ich nun eingehen.
Welche Hammerite Nachteile treten auf?
Hammerite bildet für Fahrzeuge eine zu harte Schutzschicht. Bauteile am Fahrzeug sind ständig in Bewegung und dafür ist Hammerite schlichtweg nicht geeignet – weder für Motoren, noch für Felgen oder Bremssättel.
Hier sollten besser dauerelastische Schichten zum Tragen kommen.
Diese werden zum Beispiel durch Owatrol erzielt.
Owatrol ist als Rostschutz und Grundierung bekannt, ohne weitere Schutzschicht in Form von Lackaufbau oder Lackschutzfarbe aber sehr anfällig, da Owatrol eine dauerelastische Schicht bildet, die zum Beispiel anfällig für Steinschläge ist.
Bei Hammerite ist vor allem zu beklagen, dass die Schutzschicht nach einer gewissen Zeit abplatzen oder Risse bilden kann. Steinschlägen und Kraftstoff hält die Lackschutzfarbe auf Dauer ebenfalls nicht stand.
Um die Nachteile beider Produkte (Owatrol und Hammerite) aufzuheben, kann es sinnvoll sein, diese miteinander zu vermischen.
Hier verrate ich dir, wie du Holz mit Epoxidharz versiegeln kannst.
Womit kann man Owatrol mischen?
Owatrol kann mit verschiedenen Produkten kombiniert werden und ist somit recht flexibel.
Besonders effektiv ist eine Kombination aus Owatrol und Brantho Korrux 3 in 1.
Darüber hinaus kannst du Owatrol auch mit vielen Kunstharzlacken vermischen.
Dazu zählt zum Beispiel der Kunstharzlack von Hammerite.
Allerdings muss es hier auch Unterschiede zwischen den Hammerite Produkten geben.
Ein Anwender berichtet zum Beispiel, dass die Mischung mit Owatrol und Hammerite bei ihm Klumpen gebildet hat.
Die Ursache dafür war nicht ersichtlich, aber wahrscheinlich hat es sich um keinen Kunstharzlack gehandelt.
Der Hammerite Lack muss also auf Acrylharzbasis aufgebaut sein, wie es bei Hammerite Metall Schutzlack glänzend der Fall ist.
Owatrol mit Hammerite mischen – Nachteile
Das Mischungsverhältnis zwischen Hammerite und Owatrol sollte 2:1 betragen.
Bei diesem Verhältnis sollte es zu keinen Abplatzern oder Rissen im Lack kommen, da die Schutzschicht durch Owatrol zwar fest, aber dauerhaft elastisch bleibt – ideal also für Fahrzeuge.
Wichtig:
Durch das Owatrol wird die Mischung sehr dünnflüssig und die Deckkraft von Hammerite wird stark herabgesetzt.
Damit die Schicht nicht zu dünn wird, solltest du mindestens 3 Schichten auftragen – besser sogar 4.
Am besten kannst du hier mit einem Pinsel arbeiten. Überkopfarbeiten können sich aufgrund der flüssigen Konsistenz allerdings als schwierig erweisen und in einer riesigen Sauerei enden. 😉
Die Meinungen zu Owatrol / Hammerite gehen weit auseinander.
Langzeiterfahrungen anderer Anwender haben jedoch gezeigt, dass die Mischung zwischen Owatrol und Hammerite auf Dauer einen guten Schutz bieten kann.
In Foren wird diese Kombination allerdings gerne verpönt und als Pfusch abgetan.
Hier schwören die meisten lieber auf eine Kombination aus Brantho Korrux 3 in 1 und Owatrol.
Zur alleinigen Verwendung von Hammerite im KFZ Bereich fallen die Bewertungen allgemein sehr schlecht aus. Hier fällt oft der Spruch: Verspricht viel, hält wenig.
Aber das wird ja auch schon laut Hersteller schnell klar.
Bevor du Owatrol und Hammerite auftragen willst, solltest du alte Schichten Owatrol entfernen.
Hammerite und Owatrol Unterschiede
Abschließend möchte ich noch auf die Unterschiede zwischen Hammerite und Owatrol eingehen.
Owatrol ist den meisten nur als Holzschutzlasur bekannt.
Ein Grund, warum Owatrol auch eine beliebte Wohnmobil Unterbodenbeschichtung bei Campern ist.
Aber auch beim Thema Rostschutz am Wohnmobil schwören viele auf Owatrol Öl.
Owatrol ist überlackierbar (mit 1K Lacken) und spachtelbar und somit ideal als Grundlage für einen Lackaufbau geeignet.
Da Owatrol eine dauerelastische, aber feste Schicht herstellt, ist das Öl ideal für den KFZ Bereich geeignet.
Aufgrund seiner flüssigen Konsistenz ist ein Verdünnen nicht notwendig.
Feuchtigkeit, die sich im Holz oder Rost befindet, wird von Owatrol Öl verdrängt. Eine Eigenschaft, die durch Hammerite Schutzlack nicht geboten wird.
Hier verbleibt die Feuchtigkeit im Material.
Hammerite ist eher für den Heimwerkerbereich geeignet und für Gegenstände, die nicht ständiger Bewegung ausgesetzt sind. Dazu zählen zum Beispiel Metallpfähle, Geländer oder Zäune aus Metall.
Für Fahrzeugteile ist Hammerite laut Hersteller nicht geeignet.
Wird Hammerite jedoch clever verdünnt, kann der Rostschutzlack durchaus auch im Fahrzeugbereich Verwendung finden.
Fazit
Abschließend lässt sich sagen, dass es möglich ist, Hammerite mit Owatrol zu verdünnen.
Willst du Hammerite im Fahrzeugbereich einsetzen, wird das sogar zwingend empfohlen, da es andernfalls zu Lackplatzern und Rissen kommen kann.
Fraglich ist nur, ob sich diese Kombination am Ende wirklich lohnt. Preislich mag sich auf den ersten Blick zumindest bezüglich des Preises ein Vorteil erkennen lassen.
Da aber mindestens 3 Anstriche erfolgen müssen, ist es noch die große Frage, ob Owatrol in Kombination mit Brantho Korrux 3 in 1 am Ende nicht auf das Gleiche rauskommt.
Ich hoffe, dir hat mein Beitrag gefallen. Ich würde mich freuen, dich bald wieder auf CAMPERWELTEN begrüßen zu dürfen.
Titelfoto: Lustiges Mischen von Hammerite und Owatrol (Quelle: obi)
