Wohnmobil Fenster Kratzer Entfernen (Tipps vom CAMPER)


Ein Wohnmobil muss im Camping Alltag schon so einiges mitmachen. Ob unbefestigte Straßen oder widerspenstige Äste.

All dies trifft auf die Außenhaut und natürlich auch auf die Fenster. Dadurch entstehen lästige Kratzer, die natürlich nicht schön sind.

Im heutigen Artikel wollen wir uns damit befassen, wie ihr bei einem Wohnmobil Fenster Kratzer entfernen könnt.

Neben der richtigen Anwendung gehen wir dabei auch auf die Bestandteile der Produkte ein.

Ebenso gehen wir auf einen Anwendungsfall ein, wo das Polieren eigentlich nicht erlaubt ist.

Aus diesen Materialien bestehen die Seitenfenster von Wohnmobilen und Wohnwagen

Zuerst einmal wollen wir uns damit befassen, aus welchem Material die hinteren Fenster bestehen.

Hierbei eine kleine Anmerkung: bei einem Wohnmobil mit hinteren Fenstern fällt auf, dass diese dicker sind als in der Kabine.

Das ist deshalb so, da es sich dabei um den Wohnraum handelt, der durch diese Acrylglasfenster besser isoliert ist.

Acrylglas ist kein echtes, also aus Quarzen hergestelltes Glas, sondern eine durchscheinende Kunststoffplatte.

Das künstliche Glas ist auch unter den Bezeichnungen Plexiglas oder PMMA-Glas bekannt. Bei PMMA handelt es sich um die Abkürzung für „Polymethylmethacrylat“, ein Kunststoff, der erstmals vom Unternehmen Röhm 1933 erfunden wurde.

Dieses Unternehmen vertreibt Acrylglas als Plexiglas. Der Produktname ist mittlerweile ähnlich geläufig wie Tempo oder Tesafilm.

Acrylglas ist weniger zerbrechlich und leitet auch Erschütterungen besser ab. Das macht den Werkstoff für die Wohnmobilbranche interessant.

Dort kommt allerdings immer ein Verbund zum Einsatz, das heißt, mehrere einzelne Scheiben werden mittels Epoxidharz miteinander verklebt.

Dadurch entstehen relativ dicke Fenster, die auch gute Dämmeigenschaften besitzen.

Acrylglaspolitur im Check: die Bestandteile erklärt

PMMA-Glas weist allerdings keine gute Resistenz gegenüber Kratzern auf und so kommt im Laufe der Zeit vor, dass an der Scheibe unschöne Kratzer zu finden sind.

In der Regel besteht eine Politur aus aliphatischen Kohlenwasserstoffe, sowie Tenside, Duftstoffe sowie Konservierungsmittel.

Aliphatische Kohlenwasserstoffe sind dagegen Lösemittel, welche den Untergrund zuverlässig aufweichen, damit die Politur ihre Arbeit verrichten kann.

Hauptbestandteil der Kohlenwasserstoffe ist Erdöl. Es verwundert daher nicht, dass die Polituren häufig einen Deckel mit Kindersicherung besitzen.

Nur so ist es gewährleistet, dass Kinder sich nicht vergiften können. Die Anwendung ist denkbar einfach.

1. Zuerst ist es natürlich wichtig, das Plexiglasfenster gründlich zu reinigen. 

2. Danach wird die Politur auf ein Mikrofasertuch gegeben.

3. Die Politur wird jetzt gleichmäßig auf das Fenster verteilt, wo es kurze Zeit einwirkt.

4. Im Anschluss gilt es, das Fenster zu polieren, bis das Fenster wieder glänzt.

Im Schnitt werden rund dreißig Minuten pro Fenster gebraucht, bis ein eindrucksvolles Ergebnis entsteht.

Ein interessanter Nebeneffekt ist, dass so auch Wasser einfach abperlt. Grundsätzlich lassen sich durch eine Politur kleine und mittlere Kratzer entfernen.

Große Kratzer oder Risse lassen sich damit leider nicht beseitigen und unter Umständen muss das Fenster komplett getauscht werden.

Was ist besser: Polieren per Hand oder mit einer Maschine?

Damit kommen wir zur Poliertechnik, denn neben dem Polieren per Hand liegen auch Maschinen im Trend.

Zuerst schauen wir uns die manuelle Methode an. Mit der Hand hat man natürlich deutlich mehr Gefühl, auch wenn es länger dauert.

Wichtig bei der manuellen Politur ist es, genug Druck auszuüben, denn ansonsten liegt die Politur nur auf dem Fenster auf.

Bei großen Fenster, wie am Heck des Wohnwagens oder Wohnmobils ist es wichtig, das Fenster in Abschnitten zu polieren.

Ansonsten kann es passieren, dass die Politur antrocknet und dann keine Wirkung mehr hat. Bleiben zum Abschluss Politurreste über, werden diese mit warmem Wasser abgewaschen.

Poliermaschinen sind deutlich einfacher, wobei die Politur auf die Polierscheibe aufgetragen wird.

Danach wird sie auf der Scheibe verteilt. In kreisenden Bewegungen wird die Politur schließlich verteilt.

Bei Maschinen muss darauf geachtet werden, dass diese nur mit einer geringen Drehzahl laufen. 

Darüber hinaus sollte jede Scheibe gerade einmal rund drei Minuten poliert werden. Sind die Fenster wieder glatt, hat sich die Frage erübrigt, wer Wohnmobilfenster einbaut.

Auch die Reinigung ist wichtig

Wir haben schon einmal die Reinigung angesprochen und wollen jetzt noch einmal auf diesen Punkt eingehen.

Zuerst einmal sind die Fenster mit warmem Wasser und einem sauberen Schwamm zu reinigen.

So sollten dann bereits grobe Verschmutzungen beseitigt sein. Danach wird die Scheibe getrocknet und mit Acrylglasreiniger behandelt.

Die Handhabung entspricht dabei der von klassischen Glasreiniger. Zuerst einmal wird das Fenster also flächig eingesprüht.

Danach darf das Mittel kurz einwirken und im Anschluss wird die Scheibe komplett trocken gerieben.

Das war es auch schon und es kann an die Politur gehen.

Wie Schäden an den Seitenfenstern entstehen

Jetzt wollen wir uns noch einmal dem Punkt widmen, wie Schäden an den Seitenfenstern überhaupt entstehen können.

Dabei ist es egal, ob es sich um nachgerüstete Wohnmobilfenster in der Tür handelt oder um Acrylglasfenster an den Seiten.

Angesprochen hatten wir bereits Schäden durch Äste, die beispielsweise beim Rangieren entstehen.

Daneben kann auch ein Fahrradträger Schuld an Kratzern sein. In diesem Fall drückt dieser während der Fahrt auf das Fenster und durch Reibung entstehen feine Kratzer.

Ähnlich ist es im Winter, wenn eine Schutzplane genutzt wird. Diese kann am Fenster reiben.

Acrylglasfenster bestehen aus Kunststoff und so sollten sie niemals mit einfachen Glasreiniger behandelt werden.

Dieser greift die Oberfläche an und löst so einzelne Schichten ab. Dadurch kann das Fenster ebenfalls verkratzen werden.

Scheinwerfer polieren: darf man das?

Zum Abschluss wollen wir uns noch einmal mit der Thematik befassen, ob man Scheinwerfer polieren darf.

Im Internet gibt es viele Sets, die genau dafür gedacht sind und häufig werden diese auch rege verwendet, um matte Scheinwerfer zu polieren.

Laut dem Paragraphen 22a Nr.7 der StVZO ist dieser Umstand allerdings verboten. Dadurch würde die Betriebserlaubnis erlöschen.

Da durch die Politur Schichten abgetragen werden, kann sich so die Lichtbrechung verändern, was zur Blendung des Gegenverkehrs führen kann.

ZUSAMMENFASSUNG

In Wohnmobilen und auch Wohnwagen bestehen die seitlichen und hinteren Fenster aus Acrylglas.

Das Material besitzt gute Dämmeigenschaften und ist auch recht bruchsicher. Allerdings ist es anfällig für Kratzern.

Um bei einem Wohnmobilfenster Kratzer zu entfernen, kann passende Politur verwendet werden. Diese wird einfach über das Fenster verteilt und im Anschluss wegpoliert.

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass das Fenster im Anschluss auch eine dünne Versiegelung besitzt.

Ob man seitliche Wohnwagenfenster auch selbst bauen kann, klären wir im folgenden Artikel. 

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Titelfoto: Kratzer von Wohnmobil Fenster entfernen (Quelle: caravanclub)

Andy Kempinski

Andy ist Texter mit Leib und Seele. Neben Themen rund um Wirtschaft und Unterhaltungselektronik, interessiert er sich seit seiner Tour im Hymer 550 BS auch für den Bereich Camping und nutzt das Wochenende meist für kleinere Touren mit seiner Lebensgefährtin.

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