Wer seinen Camper liebt, der imprägniert. Dabei gibt es sehr viele Mittel und eines, welches gerne eingesetzt wird, ist Leinölfirnis.
Doch wann entzündet sich Leinölfirnis? Der Flammpunkt liegt bei 315 Grad Celsius und auch der Siedepunkt ist mit 350 Grad Celsius in hohen Temperatur Lagen angesiedelt.
Somit gilt Leinölfirnis als schwer entzündbar und bei normalem Gebrauch muss man sich keine Sorgen wegen einer Flamme machen.
Pinsel und Rollen sind mit Seife auszuwaschen.
In diesem Ratgeber wollen wir euch aber auch einen guten Überblick über Leinölfirnis geben.
Zusätzlich werden die Anwendungsmöglichkeiten erläutert und natürlich gibt es auch noch ein paar praktische Pflegetipps.
Was ist Leinölfirnis?
Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, der setzt als Korrosionsschutz auf eine lösungsmittelfreie Alternative.
Hierzu zählt auch das beliebte Leinölfirnis. Doch was ist das eigentlich und sollte man Owatrol oder Leinölfirnis benutzen?
Wir klären auf!
Bei Leinölfirnis handelt es sich um einen Witterungsschutz für Holz oder auch Metall. Hauptbestandteil ist, wie bereits vermutet, Leinöl.
Damit es schneller trocknet, wird es zum einen gekocht und innerhalb dieses Prozesses mit Sikkativen versetzt.
Diese Sikkative härten aus, wodurch es zu einer schnelleren Trocknung führt. Eingesetzt wird heutzutage 2-Ethylhexansäure, die beispielsweise auch in Weintrauben zu finden ist.
Leinölfirnis besitzt beim Anstrich eine honiggelbe Farbe. Während der Aushärtung ist es allerdings durchsichtig.
Zur Imprägnierung von Holz sollte allerdings lieber Leinöl eingesetzt werden. Aufgrund seiner flüssigen Basis zieht es tiefer ins Holz ein als Leinölfirnis.
Die Wirkung von Leinölfirnis erklärt
Damit kommen wir zur Wirkung von Leinölfirnis. Wie bereits erwähnt, hat es eine gelbliche Farbe.
Der Begriff Firnis ist dabei aus dem Französischen entlehnt und heißt schlicht „Lack“. Somit ist im Sprachgebrauch auch der Begriff Leinöllack gebräuchlich.
Während des Streichens wird festgestellt, dass Leinölfirnis dickflüssiger ist als reines Leinöl und somit nicht einfach an der Seite herunterläuft.
Daher ist es auch für senkrechte Wände gebräuchlich. Mit Leinölfirnis könnt ihr damit eine Außenhaut aus Hammerschlagblech streichen.
Sobald das Mittel ausgehärtet ist, bildet es eine zähe Haut aus. Diese ist beständig gegenüber Wasser und sonstigen Witterungseinflüssen.
Sollte einmal etwas Lack abplatzen, so könnt ihr ihn einfach überstreichen. Eine vorherige Grundierung ist in der Regel nicht notwendig.
Worin liegt der Unterschied zum klassischen Leinöl?
Welches Leinölfirnis ist das Beste? Grundsätzlich gibt es zwischen den einzelnen Herstellern nur wenige Unterschiede.
Renommierte Fachportale bewerten Leinölfirnis aber durchweg positiv. Genannt wird die hohe Schutzwirkung in Verbindung mit den guten Umwelteigenschaften.
Leinölfirnis kann auf vielen Materialien wie Metalle, Holz oder auch Kunststoffen eingesetzt werden.
Die Schutzwirkung tritt direkt auf der Oberfläche ein, während reines Leinöl zuerst in das Material eindringen muss.
Auch die Trocknungszeit ist geringer und liegt bei maximal einem Tag. Leinöl benötigt zur kompletten Trocknung bis zu zwei Wochen.
Leinöl hat zudem einen würzigen Geruch, der bei Leinölfirnis entfällt und gegen einen strengen Geruch entfällt. Durch die Zähflüssigkeit ist ein Schutz gegenüber Schlägen und Stößen gegeben.
Die Vor- und Nachteile von Leinölfirnis
Bisher klingt es also nach einem wahren Wundermittel. Leinölfirnis hat auch tatsächlich einige Vor- aber auch Nachteile.
Ein großer Vorteil ist, dass Leinölfirnis ohne umweltgefährdende Stoffe auskommt. Das Mittel ist zudem ähnlich einfach einzusetzen, wie auch andere Farben und Lacke.
Nach der Trocknung haftet es lange Zeit auf der Oberfläche und bildet eine zuverlässige Schicht aus.
Bei Macken ist es zudem einfach zu erneuern. Nachteilig ist, dass es zwar einen Schutz gegen Wasser und Schmutz gibt, aber nicht gegen Pilzen und Fäule (nur bei Holz).
Auch der Geruch ist nicht jedermanns Sache und deshalb sollten geruchsempfindliche Personen lieber eine Schutzmaske tragen.
Bei der Nachbehandlungen sind Lappen und Pinsel unbedingt zu reinigen, denn durch Oxidation kann es zur Selbstentzündung kommen.
Dafür reicht bei der Reinigung einfaches Seifenwasser aus. Eine Verdünnung wird nicht gebraucht.
So wendet ihr Leinölfirnis richtig an
Und damit kommen wir einmal zur Anwendung, denn auch die will gelernt sein. Egal ob Kunststoff, Holz oder Metall – das Grundmaterial muss zuerst einmal angeschliffen werden.
Im Falle von Korrosion ist diese zu entfernen, hier könnte Fertan Rost Entfernen helfen. Solltet ihr Leinölfirnis im Winter einsetzen, erhitzt es in einem Wasserbad auf dreißig Grad Celsius.
Dann erreicht es eine gute Streichbarkeit und auch die Trocknungszeit verringert. Jetzt könnt ihr die erste Schicht des Ölfirnis auftragen.
Diese Schicht muss das Werkstück vollständig bedecken und für fünfzehn bis zwanzig Minuten trocknen.
Überschüssiges Öl wischt ihr mit einem Mikrofasertuch ab. Danach könnt ihr die nächste Schicht auftragen.
Wiederholt die oben genannten Schritte, solange, bis das Öl nicht mehr eingesaugt wird. Es versteht sich also von selbst, dass bei Metall und Kunststoff in der Regel ein Durchgang ausreicht.
Unter diesen Bedingungen entzündet sich Leinölfirnis selbst
Zum Abschluss wollen wir uns einmal mit der schon mehrfach angesprochenen Selbstentzündung befassen.
Es ist nicht sinnvoll Leinölfirnis mit Nitroverdünnung verdünnen zu wollen, da so die Hitzeentwicklung gefördert wird.
Daneben erwärmt sich Leinöl auch unter Sauerstoff und kann sich somit entzünden, wenn die Wärme nicht abziehen kann.
Das muss natürlich vermieden werden. So sind Rollen, Lappen, Pinsel, oder ähnliches unbedingt zu wässern oder noch besser auszuwaschen.
Ihr könnt dadurch nicht nur die Werkzeuge wieder benutzen und spart bares Geld, sondern reduziert auch die Selbstentzündung.
Werden die Lappen dagegen zusammengeknüllt und beispielsweise zwischen zwei Zaunlatten geklemmt, kann die Wärme nicht abziehen.
Ist es draußen dann auch noch heiß, kann es zu einer Entzündung kommen. Noch kurz ein Wort zur Grundierung.
Leinölfirnis alleine kann nicht als Grundierung genutzt werden. Um es als solche nutzen zu können, solltet ihr es daher mit Terpentinöl im Verhältnis eins zu eins mischen.
ZUSAMMENFASSUNG
Wann entzündet sich Leinölfirnis? Der Flammpunkt liegt mit 315 Grad Celsius weit oben und somit ist unter normalen Umständen keine Entzündung möglich.
Hier geht es genau genommen immer nur um die Härtefälle. Erst wenn ihr also ein getränktes Tuch zusammenknüllt und an einem Ort mit schlechter Belüftung aussetzt, kommt es zur Entzündung.
Daher kann man Leinölfirnis bedenkenlos als Korrosionsschutz auftragen. Im Vergleich zum normalen Leinöl zieht es aber nicht so stark in das Material ein.
Auch bei der Reinigung zeigt Leinölfirnis von seiner besten Seite. So reicht einfaches Seifenwasser aus, um das flüssige Öl vom Werkzeug zu entfernen.
Wann ihr Owatrol oder Leinölfirnis einsetzen solltet, klären wir im folgenden Ratgeber. Darüber hinaus findet ihr auf CAMPERWELTEN über 1.500 weitere spannende Artikel.
Titelfoto: Leinölfirnis entzündet sich bei 315 Grad Celsius (Quelle: lausitzer-oelmuehle)
