Wie funktioniert Auflaufbremse Beim Rückwärtsfahren? (TOP)


Im nachfolgenden Artikel wird es noch einmal technisch. Dieses Mal geht es um die Bremsen beim Anhänger, wobei wir uns die folgende Frage stellen wollen:

Wie funktioniert die Auflaufbremse beim Rückwärtsfahren? Beim Rückwärtsfahren läuft der Anhänger auf das Zugfahrzeug auf und löst über ein Gestänge die Bremsbacken der Bremstrommel aus. Solange das Fahrzeug rückwärts fährt, bleibt die Bremskraft bestehen, was zu einem sicheren Fahrverhalten führt. Eine Auflaufbremse ist bei Anhängern bis 3,5 t Pflicht.

Nachfolgend wollen wir das Prinzip einmal genauer erklären und darüber hinaus auch noch auf die häufigsten Probleme eingehen. Selbstverständlich liefern wir auch gleich noch passende Lösungen mit.

Ebenso erwarten euch noch Pflegetipps. 

So funktioniert eine Auflaufbremse beim Rückwärts fahren

Zuerst einmal wollen wir das Prinzip einer Auflaufbremse genauer erklären. In früheren Zeiten musste ein Anhänger vor dem eigentlichen Rückwärtsfahren per Hand abgebremst werden.

Dazu wurde über ein Gestänge mechanisch Druck auf die Bremstrommeln ausgeübt. Im Anschluss konnte man mit dem Anhänger rückwärts fahren.

Heutzutage ist dieses aufwändige Verfahren nicht mehr notwendig und so kann man direkt mit dem Zugfahrzeug rückwärts fahren.

Möchte man rückwärts fahren, so wird ganz normal abgebremst, wobei technisch der Anhänger auf das Zugfahrzeug aufläuft und über einen Stoßdämpfer abgebremst wird.

An diesem Stoßdämpfer ist zudem das Bremsgestänge angebracht, welches Z-förmig Druck auf die Bremstrommeln ausübt.

Dadurch drücken sich die Bremsbacken an die eigentliche Trommel und solange man rückwärts fährt, wird etwas Bremskraft an den Anhänger geleitet.

Ein großer Vorteil ist, dass sich der Anhänger deutlich einfacher führen lässt. Fährt man wieder vorwärts, löst sich die Bremse automatisch und kehrt in die Ausgangsstellung zurück. 

Anhänger bis 750 Kilogramm benötigen keine Bremse. Warum es sinnvoll sein kann, bei einem solchen Anhänger Bremsen nachzurüsten, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel auf CAMPERWELTEN.

Wann benötigt ein Anhänger überhaupt eine Bremse?

Besonders kleine Anhänger bis 750 kg benötigen keine Bremse – diese gelten im Fachjargon als ungebremste Anhänger.

Die meisten Wohnwagen allerdings rangieren in einem Feld zwischen 1.000 kg und 3.000 kg und benötigen daher mindestens ein mechanisches Bremssystem.

Darüber hinaus ist bei diesen Caravans auch eine Auflaufbremse sowie ein Abreißseil Pflicht.

Diese Sicherheitseinrichtung ist deswegen wichtig, dass wenn sich der Anhänger vom Zugfahrzeug lösen würde, der Wohnwagen nicht einfach weiterläuft, sondern stehen bleibt.

Wiegt ein Wohnwagen mehr als 3,5 Tonnen, so benötigt er ein hydraulisches Bremssystem, das deutlich präziser und zuverlässiger arbeitet als eine mechanische Bremse. 

Dies geht dann unter anderem auch auf die Verwendung von Scheibenbremsen zurück. 

Trommelbremsen gehören nicht zum alten Eisen

Trommelbremsen gelten als äußerst robust, besitzen im Vergleich zu Scheibenbremsen allerdings keine gute Bremswirkung.

Dementsprechend besitzen viele heutige Fahrzeuge sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse Scheibenbremsen.

Bei Anhängern ist dies meist noch anders, denn dort muss die Bremse ein vergleichbar geringes Gewicht abbremsen.

Weiterhin müssen die Belege von Trommelbremsen deutlich seltener gewechselt werden. Eine Auflaufbremse benötigt zum Funktionieren ebenfalls eine Trommelbremse.

So ragt der Bremshebel in die eigentliche Trommel hinein und löst ähnlich wie bei einer mechanischen Handbremse die Bremsbacken aus und drückt diese an die Trommel. 

Für einen reibungslosen Ablauf ist allerdings Auflaufdämpfer Pflicht. Wie ihr einen Auflaufdämpfer an einem Wohnwagen wechseln könnt, erfahrt ihr im folgenden Artikel. 

Eine Auflaufbremse sollte regelmäßig gewartet werden

Ein Anhänger bekommt in der Regel wenig bis gar keine Wartung. Dabei ist allerdings diese Wartung wie auch bei jedem anderen Fahrzeug äußerst wichtig.

Nachfolgend wollen wir eine kleine Liste erstellen, an der ersichtlich wird, welche Teile regelmäßig überprüft, ausgetauscht sowie gepflegt werden sollten.

Zu den wichtigen Aufgaben gehören:

  • Auflaufeinrichtung schmieren (an den vorgesehenen Schmiernippeln)

  • Bremsgestänge auf Spiel prüfen und gegebenenfalls nachstellen

  • Kontrolle des Auflaufdämpfers

Je nach Hersteller kann auch eine automatische Nachstellung verbaut sein.

Dieses System erkennt man daran, dass der Handbremshebel bereits nach kurzer Zeit seine Spannkraft erreicht hat.

Steht der Handbremshebel stattdessen sehr weit oben, so muss man das Bremsgestänge (etwa 30 Euro) nachstellen.

Die Nachstellung erfolgt dabei stets an der Bremstrommel. Dazu wird zuerst der Wohnwagen an der Stelle aufgebockt und das Rad abgeschraubt (Anhänger vor Wegrollen sichern).

Im Anschluss wird auf der rückwärtigen Seite die Nachstellschraube so lange gedreht, bis sich die Bremstrommel nur sehr schwer drehen lässt.

Danach wird die Nachstellschraube wieder etwas gelockert, bis sich die Bremstrommel noch leicht drehen lässt (leichte Schleifgeräusche, die die Bremse nicht beeinträchtigen sind in Ordnung).

Jetzt sollte sich der Handbremshebel rund 4 bis 6 mm ziehen lassen – nicht mehr. Das war es, die Bremse ist nachgestellt.

Der Auflaufdämpfer kann dagegen sehr einfach überprüft werden. Hierzu wird die Handbremse angezogen und der Auflaufdämpfer komplett eingedrückt – fährt dieser wieder automatisch heraus, ist der Dämpfer in Ordnung.

Problem: Der Anhänger bremst ruckartig: Dämpfer defekt

Zum Abschluss schauen wir uns noch einmal ein Problem an. Bremst der Anhänger ruckartig, fehlt häufig eine akkurate Bremswirkung.

Dies ist nicht nur sicherheitsrelevant, auch der Dämpfer sowie die Bremsen werden stark in Mitleidenschaft gezogen.

In solchen Fällen ist es dann wichtig, den Auflaufdämpfer auszutauschen. Ist der Auflaufdämpfer bereits stark verschlissen, sollte man auch das Bremsgestänge überprüfen.

Dieses dürfte ebenfalls in Mitleidenschaft geraten sein und gehört nachgestellt. Einen passenden Auflaufdämpfer gibt es bereits für rund 30 Euro.

Falls ihr wissen wollt, warum ein Anhänger zu schlingern anfängt, schaut euch den folgenden Beitrag auf CAMPERWELTEN an.

Problem: Anhänger knallt auf das Zugfahrzeug: Betätigungsstange einstellen

Ein anderes Problem kann sein, wenn der Wohnwagen schlicht gegen das Zugfahrzeug geknallt.

In solchen Fällen existiert dann keine oder eine unzureichende Bremswirkung. Meistens sind die Bremsbeläge völlig verschlissen oder die Betätigungsstange muss neu eingestellt werden.

Nicht selten ist sogar beides der Fall. Aus diesen Gründen ist eine regelmäßige Wartung notwendig.

ZUSAMMENFASSUNG

Wie funktioniert die Auflaufbremse beim Rückwärtsfahren? Läuft der Anhänger auf das Zugfahrzeug auf, wird die Kraft über ein Bremsgestänge an die Bremstrommeln geleitet.

Über einen Hebel werden die Bremsbacken an die eigentliche Trommel gedrückt und es kommt zur Abbremsung.

Diese Wirkung bleibt so lange bestehen, bis man mit dem Wohnmobil oder dem Campingbus wieder vorwärts fährt.

Dadurch wird eine deutlich bessere Führung des Wohnwagens ermöglicht. Mit der Zeit kann es allerdings zu Problemen kommen, sodass das Bremsgestänge regelmäßig gewartet werden sollte.

Ebenso sollte man den Auflaufdämpfer prüfen und unter Umständen ersetzen.

Wie man ein Wohnmobil mit Anhänger fährt, erfahrt ihr im nachfolgenden Beitrag auf CAMPERWELTEN.

Titelfoto: Anhänger Auflaufbremse (Quelle: camprest)

Andy Kempinski

Andy ist Texter mit Leib und Seele. Neben Themen rund um Wirtschaft und Unterhaltungselektronik, interessiert er sich seit seiner Tour im Hymer 550 BS auch für den Bereich Camping und nutzt das Wochenende meist für kleinere Touren mit seiner Lebensgefährtin.

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