7 Tipps & Tricks: Wohnmobil Mit Anhänger Fahren


Das Reisen mit einem Wohnmobil ist eine wunderbare Sache, besonders wenn man an tollen Plätzen halten und übernachten kann. Manchmal möchte man einfach mehr einpacken, jedoch gibt es der Platz und die Gewichtsbelastung nicht her.

Die Lösung ist ganz einfach – ein Anhänger muß her! Was muß man beim Fahren eines Wohnmobils mit Anhänger beachten? Man braucht die richtige Führerscheinklasse für das jeweilige Gesamtgewicht. Ebenso sind auf Autobahnen max. 80 km/h erlaubt. Der richtige Anhänger für unterschiedliches Ladegut, gutes Reifenprofil, und ein erfahrener und besonnener Fahrer machen die Reise stets sicher und entspannt.

Wir gehen in diesem Beitrag auf alles Wichtige ein, damit Deine nächste Reise im Wohnmobil mit Anhänger ein voller Erfolg wird.

Hier eine kurze Themenübersicht dieses Beitrags:

  1. Wohnmobil mit Anhänger fahren: Allgemeine Hinweise
  2. Führerschein für Wohnmobil mit Anhänger
  3. Grundsätzliche Verbote für Wohnmobile mit Anhänger
  4. Vermeide diese Anfängerfehler
  5. Das solltest Du nicht im Ausland machen
  6. Anhänger für Wohnmobile: Der Markt
  7. Wohnmobil mit Anhänger: Erfahrungsbericht

1. Wohnmobil mit Anhänger fahren: Allgemeine Hinweise

Bei unserer Recherche haben wir die folgenden Themen gefunden, die viele Camper interessieren:

  • Darf der Anhänger breiter als das Zugfahrzeug sein?
  • Das bringt Dir eine Auflastung des Wohnmobils!
  • Wie schnell darf ein Wohnmobil mit Anhänger fahren?
  • Wohnmobil mit Anhänger: Maximale Länge vom Gespann

Ok, dann mal ran an die Arbeit😀

Darf der Anhänger breiter als das Zugfahrzeug sein?

Ja, solange der Anhänger 255 cm an Breite nicht übersteigt. Die Ladung darf seitlich nicht über die Breite des Anhängers hinausragen. Außerdem sollte man am Zugfahrzeug spezielle Außenspiegel montieren, um jederzeit den Anhänger auf beiden Seiten im Blick zu haben.

Das bringt Dir eine Auflastung des Wohnmobils!

In erster Linie geht es um ausreichende Zuladung, damit man sein Fahrzeug sicher und legal lenken kann. Ebenso kann dadurch erreicht werden, daß man große und schwere Anhänger ziehen darf. Mehr Info’s zum Thema “Wohnmobil Auflastung” kannst Du hier lesen.

Wie schnell darf ein Wohnmobil mit Anhänger fahren?

Innerorts darfst Du grundsätzlich 50 km/h fahren. Außerorts darfst Du mit einem Wohnmobil von 3,5 t bis 7,5 t zGG 80 km/h fahren. Wohnmobile über 7,5 t zGG dürfen dagegen nur 60 km/h fahren. Generell gilt auf Autobahnen 80km/h als Höchstgeschwindigkeit.

Wohnmobil mit Anhänger: Maximale Länge vom Gespann

Es gibt keine EU-weiten Regelungen für PKW-Anhänger. In Deutschland und in den meisten europäischen Ländern gilt als Höchstwert Länge des Anhängers 12 Meter und für die Gesamtlänge (PKW und Anhänger) 18 Meter.

Auszug aus Eu-Info.de

2. Führerschein für Wohnmobil mit Anhänger

So einen Anhänger zu ziehen, bedarf nicht nur eine gewisse Erfahrung, sondern muß auch mit dem Gesetz in Einklang stehen. Deshalb tauchen auch immer wieder folgende Fragen auf:

  • Welche Wohnmobile darf ich fahren?
  • Welcher Führerschein für Wohnmobil über 3,5 Tonnen?
  • Wie sieht es mit Wohnmobilen über 7,5 Tonnen aus?

Für Oldtimer meiner Generation (Jahrgang 1970) ist das ziemlich einfach. Denn mit dem Führerschein der Klasse 3 vor 1999 ausgestellt, darf man Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 18,5 Tonnen fahren. Diese Zahl hört man sehr selten, deshalb nochmals im Überblick die Führerscheinklassen, und die einzelnen Gewichte zum besseren Verständnis:

Führerschein-Klassen in einer übersichtlichen Tabelle:

KlasseAusgestelltZugfahrzeugAnhängerGesamtBefristung
B (3)vor 19997,5 t11 t18,5 tNein
Bab 19993,5 tJa3,5 tNein
BEab 19993,5 t3,5 t7 tNein
B96ab 19993,5 t750 KG4,25 tNein
C1ab 20137,5 t750 KG8,25 t5 Jahre
C1Eab 2013über 7,5 t3,5 t12 t5 Jahre
Cab 1999über 7,5 t750 KG12 t5 Jahre
CEab 1999über 7,5 tüber 750 KG40 tbis 50. LJ
Führerscheinklassen im Vergleich – zulässiges Gesamtgewicht

Bei LKW Klassen muß man den Führerschein ab dem 50. Lebensjahr in zeitlichen Abständen immer wieder mit ärztlichen Bescheinigungen bestätigen, damit dieser nicht verfällt!

Tip: Schau Dir die Aufstellung an, wo Klassen und Ausstellungsdatum nach Schlüsselnummer aufgeteilt sind.

3. Grundsätzliche Verbote für Wohnmobile mit Anhänger

Stromversorgung Für Wohnwagen: Das Richtige Stromkabel!

Wenn es um das Ziehen eines Anhängers geht, sollte man sich vorher ein paar Gedanken machen. Meist kommt man mit gesundem Sachverstand selber auf grundlegende Dinge, die man unbedingt unterlassen sollte. Um also ganz sicher zu sein, sprechen wir hier die Dinge direkt beim Namen an!

Die kritischsten Verbote, die man beim Fahren eines Wohnmobils mit Anhänger begehen kann, sind die folgenden:

  • Überschreitung des jeweiligen Gesamtgewichtes von Zugfahrzeug als auch vom Anhänger
  • Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (Kapitel 1)
  • Das Lenken einer Fahrzeugkombination ohne gültige Fahrerlaubnis (Kapitel 2)
  • Überholverbot
  • Befahren von Straßen, wo Anhänger verboten sind
  • Befahren von Straßen und Brücken oberhalb des zulässigen Gesamtgewichtes
  • Das Fahren mit abgelaufenem TÜV von Zugfahrzeug oder Anhänger
  • Das Fahren mit erheblichen Fahrzeugmängeln wie Bremsen, Reifenprofil, Rahmen und tragenden Teilen, Beleuchtung, Anhängerkupplung
  • Benutzung eines ungebremsten Anhängers über 750 KG 
  • Überschreitung der zulässigen Anhängelast
  • Nichteinhaltung des Gewichtsverhältnis zwischen Zugfahrzeug und Anhänger
  • Wohnmobil liegend fahren bedeutet, daß während der Fahrt keine Schlafplätze in Wohnmobil oder Anhänger benutzt werden dürfen

Eei gutes Beispiel des Gewichtsverhältnisses ist das zulässige Gesamtgewicht von 7.000 KG der Führerscheinklasse BE, wo beide Fahrzeuge maximal 3.500 KG wiegen dürfen, und das Gewicht des Anhängers kleiner sein muß, als dies der Zugmaschine.

Tip: Einzelheiten zu Anhängerbestimmungen kannst Du hier nachlesen.

4. Vermeide diese Anfängerfehler

Wer noch nie einen Anhänger gezogen hat, kommt ganz schnell ins “LaLa” Land😀

Auch wenn man immer vom gesunden Menschenverstand spricht, muß man auch jedem zu Gute halten, daß die fehlende Erfahrung oftmals gar keinen “Sachverstand” mitbringen kann. Keiner ist unfehlbar, und alles ist erlernbar.

Körperliche Fitness: Jeder Kraftfahrer hat gelernt, daß er sein Fahrzeug nicht in einem übermüdeten Zustand lenken sollte. Und hier gilt umso mehr, die Energie einzuteilen, und regelmäßig rasten, um sich zu regenerieren. Diese Form von Fahren bedeutet eine wesentliche größere Aufmerksamkeit auf Verkehr, Straße und Wetterlage.

Fähigkeiten nicht überschätzen: Ob es um das Parken, rangieren oder das Überholen geht, ist es ratsam, alles bedacht und gut vorbereitet auszuführen. Das vermeidet Gefahren, unnötigen Zeitverlust sowie Ärger. Ebenso gilt dies für angepaßte Geschwindigkeiten bei Regen, Wind, sowie Berg- und Talfahrten.

Tagesziele zu hoch ansetzen: Du hast Dir heute 500 KM vorgenommen, obwohl Du diese Strecke noch nie gefahren bist, und das Wetter könnte ganz schnell zu starken Regenfällen umschlagen. Setze Dich also beim Start nicht unter Druck, und fahre ständig mit sicherem Gefühl, anstatt der Uhr zu folgen.

Bestimmt gibt es noch etliches hier zu vermerken, doch wir wollen es erstmal dabei belassen.

5. Das solltest Du nicht im Ausland machen

Was wir bereits in Kapitel 3 besprochen haben, gilt im Ausland umso mehr. “Andere Länder, andere Sitten”, das kann auch zu wesentlich härteren Strafen führen.

Besonders wenn Du die Landessprache nicht sprichst, ist es umso schwieriger bei Verkehrsverstößen sich angemessen zu unterhalten, geschweige denn zu verteidigen.

Eine Beschlagnahme Deiner Ausweispapiere, oder gar des Fahrzeuges wäre das Letzte was man sich als Camper wünschen würde.

OK, das hat jetzt wirklich jeder verstanden und vermutlich auch gekannt. Jedoch ist da noch ein Punkt, den wir durch Zufall im Internet gefunden haben, und auch uns nicht bekannt war.

Achtung, nicht mit geliehenen Fahrzeugen nach Italien

Wie die Tochter mit dem vom eigenen Vater ausgeliehenen Wohnmobil sich hilflos der italienischen Polizei ausgeliefert sah, und nur knapp einer Beschlagnahmung des Fahrzeugs entkam, kannst Du in diesem Bericht des Blogs Womoblog.ch nachlesen.

Herzlichen Dank an Anita und Rolf, die sich die Mühe gemacht haben, und diesen sehr hilfreichen Beitrag für alle Camper in 2019 geschrieben haben😍😍

6. Anhänger für Wohnmobile: Der Markt

Bbox Wheely mit Motorrad-Auffahrhilfe

Bevor man nach seinem Führerschein schaut, sollte man wissen, was man mit dem Anhänger überhaupt befördern möchte! Wer nur einen Roller, ein Motorrad, oder anderes auf einem 750 KG Anhänger ziehen möchte, der braucht sich keine Gedanken zu machen.

Wenn es jedoch um Boote, Autos, oder mehrere Motorräder geht, dann muß nicht nur ein geeigneter Anhänger her, sondern es muß auch die entsprechende Führerscheinklasse (Kapitel 2) vorhanden sein. Desweiteren muß die Kombination der Fahrzeuge im Gewichtsverhältnis stimmen, und es sollte ebenso eine ausreichende Motorleistung des Wohnmobils vorhanden sein.

Wer also am Limit der Gewichtsbelatung als auch der Motorleistung ist, muß die Reiseroute sorgfältig planen, denn Pässe können dies schnell zum Disaster werden lassen. In den Achtzigern habe ich etliche Fahrzeuge am Wurzenpass in Österreich zur Grenze nach Slowenien gesehen, die für “Bares” abgeschleppt werden mußten, weil sie einfach nicht stark genug motorisiert waren.

Wenn es um die Suche nach einem Anhänger für das Wohnmobil geht, scheinen die Camper oft nach diesen Suchbegriffen zu googeln:

Wohnmobil Anhänger für Roller: Und hier kannst Du mehr Infos finden,

Motorradanhänger für Wohnmobil: Und hier kannst Du mehr Infos finden…

7. Wohnmobil mit Anhänger: Erfahrungsbericht

Wohnmobil-Anhänger für unseren Smart und 450 kg müssen raus

Das typische Problem mit der Zuladung, wer kennt das nicht. Tini und Uwe zeigen Dir, wie sie das gelöst haben. Mit diesem speziellen Anhänger, der mit allen Einzelheiten vorgestellt wird, könnte vielleicht auch das Problem anderer Camper und Leser dieses Beitrags gelöst werden.

Schau Dir auch das Fahrsicherheitstraining vom ADAC an, und buche dort Dein Wohnmobil Training!

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Markus Meier

Seit seinem 8. Lebensjahr ist er mit Zelt und Wohnwagen aufgewachsen. Heute fährt er mit seiner Frau am liebsten im Wohnmobil, und endeckt ruhige Gegenden in ganz Europa.

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