Elektronikprobleme Nach Batteriewechsel (DIY Tipps für KFZ)


Heutige Wohnmobile und Campingbusse besitzen eine Vielzahl an Elektronik. Ob Motorsteuergerät, Airbagsteuergerät oder auch Assistenzsysteme – alle benötigen eine zuverlässige und dauerhafte Stromversorgung.

Nachfolgend wollen wir uns mit Elektronikproblemen nach dem Batteriewechsel befassen und euch natürlich passende Lösungen präsentieren.

Das soll allerdings nicht alles sein, denn wir wollen euch auch noch einmal die Merkmale der unterschiedlichen Batterietypen vorstellen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Campen.

Die unterschiedlichen Batterietypen im Überblick

Zuerst einmal schauen wir uns die verschiedenen Batterietypen an und gehen dabei auch auf die Zusammenhänge ein.

Während es im Haushalt unter anderem Knopfzellen, Alkali Batterien und Blockbatterien gibt, unterscheiden sich diese auch im KFZ-Bereich.

Dort gibt es unter anderem:

  • Blei-Säure-Batterien

  • Blei-Gel-Batterien

  • AGM-Batterien

  • Li-Ion und Li-Pol Batterien

Bei-Säure und Blei-Gel-Akkumulatoren werden bereits seit vielen Jahrzehnten genutzt und wurden im Laufe der Entwicklung immer weiter verbessert.

Mussten die frühen Modelle beim Laden noch entlüftet werden, so sind diese mittlerweile wartungsfrei.

Das ist allerdings noch längst nicht alles, denn ein großes Thema ist der Auslaufschutz. Die flüssige Säure neigt zum Kochen und somit zum Auslaufen.

Dies wurde in der weiteren Entwicklung berücksichtigt und somit wurden zuerst die Blei-Gel und dann die AGM-Batterien entwickelt.

Vor allem die letzteren sind ein deutlicher Schritt nach vorne, da die Säure in Glasfasermatten gebunden ist.

Dabei können hohe Kapazitäten und eine lange Haltbarkeit erreicht werden. In Elektrofahrzeugen (und modernen Endgeräten wie Smartphones und Tablets) kommen Lithium-Ionen Batterien zum Einsatz.

Vor allem autarke Wohnmobile setzen auf diese Technik. Die auslaufsichere Methode heißt Lithium-Polymer-Batterie.

Problem 1: Diebstahlschutz im Radio aktiviert

Nachdem dieses Thema geklärt ist, wollen wir uns im Anschluss mit den häufigsten Fehlern befassen.

Zuerst einmal hätten wir da das Thema Diebstahlschutz. Viele werkseitig verbaute Radios haben einen sogenannten Radiocode.

Diesen erhält man in der Regel gegen ein kleines Entgelt beim freundlichen Vertragshändler um die Ecke.

Andere Hersteller wie Ford notieren dies wiederum auf einem Etikett auf der Rückseite. Sollte auf jeden Fall wieder mit dieser Radio Musik gehört werden, so sollte man vor dem Batteriewechsel sich den Radiocode aushändigen lassen.

Hinweis: Es bringt nichts, das Radio auszubauen und zum Vertragshändler zu bringen, denn der Code steckt im BUS-System.

Problem 2: Fehler in der Kommunikation zwischen OBD-Schnittstelle und Steuergeräte

In der Regel sollte ein Batterietausch ohne Probleme vonstatten gehen, in Foren melden allerdings einige Besitzer von asiatischen und französischen Fabrikaten, dass es nach dem Wechsel zu einem wütenden Blinken der Tachobeleuchtung kommt.

Hierbei handelt es sich keineswegs um eine Weihnachtsbeleuchtung, sondern um einen kuriosen Defekt.

Dabei kann unter anderem auch die Motorkontrolleuchte leuchten oder auch die Tachobeleuchtung komplett ausfallen.

Um diesen Fehler zu beheben, müsst ihr allerdings zu einem Händler eurer Wahl fahren. Hintergrund ist, dass die Kommunikation zwischen dem BUSSystem und den Steuergeräten unterbrochen ist.

Über die OBD-Schnittstelle kann der Hersteller die Kommunikation neu initialisieren und dadurch der Fehler behoben werden.

Tipp: Welches Werkzeug für Camping benötigt wird, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel.

Problem 3: Die Software hat sich verstellt

Wir bleiben auch weiterhin beim Thema Software, denn weiterhin kann es zu reinen Softwareproblemen kommen.

Diese können “nur” kosmetischer Natur sein, bedeutet stellenweise geht eine Leuchte an und direkt wieder aus, ohne Schäden zu hinterlassen.

Deutlich schwerwiegender ist es, wenn das gesamte Motormanagement betroffen ist. Es kann durchaus vorkommen, dass der Motor zu ruckeln beginnt.

Daneben kann es bei Modellen mit elektronischem Gaspedal (wie dem Fiat Ducato oder Mercedes-Benz Sprinter) dazu kommen, dass der Camper einfach Gas gibt.

Auch in diesen Fällen könnt ihr grundsätzlich nur sehr wenig machen und müsst daher einen Händler anfahren.

In diesem Zusammenhang ist ein unterbrochenes OTA-Update Schuld an der Misere. Ein Händler würde entsprechend die aktuelle Software aufspielen.

Tipp: Hat sich die Parkbremse angezogen, so habt ihr leider nur die Möglichkeit das Fahrzeug abschleppen zu lassen.

Problem 4: Massefehler

Ein altbekanntes Problem sind dagegen die klassischen Massefehler. Dadurch kann es passieren, dass es immer mal wieder zu Ausfällen von elektronischen Systemen kommt.

Glücklicherweise könnt ihr zur Behebung selbst Hand anlegen und benötigt dazu einfach nur etwas WD-40 und feines Schleifpapier.

Bei den Massenpunkten handelt es sich um schwarze oder braune Kabel, die an der Karosserie, am Motorblock und am Getriebeblock verbaut sind.

Häufig kommt es vor, dass diese mit der Zeit oxidieren und unter Umständen zu kleinen Stromschlägen führen, wenn man die Karosserie anfasst.

Zur Behebung müsst ihr die Punkte anschleifen und säubern. Da die Batterie sowieso abgeklemmt ist, solltet ihr ebenso das korrodierte Kabel säubern.

In der Regel sollte es danach nicht mehr zu irgendwelchen Problemen mit der Elektronik kommen.

Tipp: Es lohnt sich, die Pole der neuen Batterie mit etwas Polfett (50 g etwa 3,50 Euro) zu bestreichen, welches die Feuchtigkeit zuverlässig verdrängt.

Was ihr machen könnt, wenn das Steuergerät für die Anhängerkupplung defekt ist, erklären wir euch im nachfolgenden Artikel.

Problem 5: aktivierte Wegfahrsperre

Zum Abschluss kommen wir zu einem leidigen Thema. Sollte das Wohnmobil oder der Campingbus nach einem Batteriewechsel nicht mehr anspringen, so kann es an einer aktivierten Wegfahrsperre liegen.

Bezüglich des Aufbaus gibt es je einen Transponder im Steuergerät und im Zündschlüssel. War das Fahrzeug allerdings lange Zeit stromlos, kann es zu Problemen kommen.

So klappt die Initialisierung nicht und der Sender im Zündschlüssel wird schlicht nicht mehr erkannt.

Das ist ein schwerwiegendes Problem. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, das Problem selbst zu lösen.

Dazu wird die neue Batterie abgeklemmt und 30 Minuten gewartet. Falls es schneller gehen muss, sollte man einen Verbraucher wie den Lichtschalter betätigen (so werden alle Kondensatoren entladen).

Im Anschluss den Verbraucher ausstellen und die Batterie anklemmen. Jetzt wird der Schlüssel genommen und auf Zündung gestellt.

Nach einer Wartezeit von zehn Minuten kann man einen erneuten Startversuch wagen. Sollte dies nicht gelingen, so muss das Wohnmobil zum nächsten Händler abgeschleppt werden.

ZUSAMMENFASSUNG

Kommt es zu Elektronikproblemen nach einem Batteriewechsel, so ist Ärger vorprogrammiert.

In den meisten Fällen reicht es aus, die Batterie nochmals ab- und wieder anklemmen. Häufig ist das Problem dadurch behoben.

Im Internet gibt es allerdings auch teilweise kuriose Fehler. Vom unbeabsichtigten Beschleunigen oder einer allgemeinen Start Unwilligkeit ist alles vertreten.

Zur Behebung der komplexen Problematiken muss man allerdings häufig einen Händler kontaktieren, welcher mit einer speziellen Software das Betriebssystem der Steuergeräte resettet.

Falls ihr mehr über AGM-Batterien erfahren wollt, so schaut euch einmal den folgenden Beitrag auf CAMPERWELTEN an.

Titelfoto: Batteriewechsel bringt Elektronikprobleme (Rechte: Canva)

Andy Kempinski

Andy ist Texter mit Leib und Seele. Neben Themen rund um Wirtschaft und Unterhaltungselektronik, interessiert er sich seit seiner Tour im Hymer 550 BS auch für den Bereich Camping und nutzt das Wochenende meist für kleinere Touren mit seiner Lebensgefährtin.

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