VW T3 Aufbocken (für alle die BOCK haben…)


Wenn die Frage gestellt wird, welche Campingbusse es gibt, dann wird als erstes bestimmt die Volkswagen T-Serie genannt.

Über eine lange Zeit hinweg gab es auf Campingplätzen eine Vielzahl von VW T3-Bussen (häufig mit Aufstelldach).

Mittlerweile fielen viele dieser Exemplare entweder dem Rost zum Opfer oder wurden schlicht nicht gepflegt und daher im Anschluss verschrottet.

Heutzutage sind diese Campingbusse begehrt, denn häufig findet man hauptsächlich die nachfolgenden Generationen.

Solltet ihr euch für einen VW T3 interessieren, dann zeigen wir euch nicht nur, wie ihr einen VW T3 aufbocken könnt, sondern auch worauf ihr achten müsst.

VW T3: Günstiger Einstieg ins Camperleben?

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich beim T3 um die dritte Generation des Transporters und wurde von 1979 bis einschließlich 1992 gebaut.

Eine lange Zeit, was man auch am Antrieb merkt. So ist dieser der letzte Campingbus von Volkswagen, der noch luftgekühlt ist und seine Kraft an die Hinterräder abgibt.

Darüber hinaus gab es den Campingbus auch als Benziner und nicht nur als Diesel. Diese können auch dank einer hohen Verdichtung und einem KKK-Turbolader überzeugen.

Daneben übertragen die Benziner-Boxermotoren nur wenige Vibrationen in den Innenraum. Fast schon wie bei Volkswagen üblich wurden die Camping Varianten von Westfalia umgebaut und erhielten Bezeichnungen wie:

  • Camping

  • Joker

  • Club-Joker

  • California (Abgespeckte Variante der Variante Club-Joker)

  • Atlantic (Von Volkswagen selbst umgebaut, zählt als Wohnmobil)

Zusätzlich gibt es auch noch Umbauten von Weinsberg, Carthago oder Dehler Mobilbau. Übrigens, eingefleischte Fans nennen ihren T3 auch liebevoll „Westi“.

Stärken und Schwächen des Campers

Wenn ihr jetzt angefixt seid und euch einen VW T3 beschaffen wollt, dann solltet ihr unbedingt den folgenden Abschnitt lesen.

Fakt ist, dass es den T3 aktuell (Stand August 2023) bereits für rund 1.500 Euro gibt (nur ein reiner Kastenwagen, kein Camper).

Allerdings muss man bei diesen Modellen viel Geld in die Hand nehmen, denn eine Schwäche (wie bei allen anderen Fahrzeugen auch aus diesem Zeitraum) ist die mangelnde Rostvorsorge.

So sind in der Regel Schweller und Radläufe bereits verschließen und müssen geschweißt oder ausgetauscht werden.

Auch der Unterboden und die Bremsleitungen sind unbedingt zu überprüfen. Der Motor sollte nur von sachkundiger Hand geprüft werden.

So verschleißt gerne die Zylinderkopfdichtung (runde 30 Euro) und bei den Diesel Modellen sind Risse im Zylinderkopf und abgetrennte Ventile keine Seltenheit.

Wer sich daher an den Aufbau wagt, sollte beim VW T3 einen Ölkühler nachrüsten.

Den VW T3 richtig aufbocken: so klappt es 

Ihr seht also eine Restauration eines T3 ist aufwändig und vor allem, wenn es um Dinge geht wie Auspuff oder Unterboden, muss man den Camper richtig aufbocken.

Wir zeigen euch, was ihr dabei beachten müsst. Wenn ihr einen Wagenheber einsetzen wollt, kann es sein, dass die Aufnahmen weggerostet sind und somit das Blech nachgibt.

Das ist gefährlich und man muss sich als versierter Campingfreund eine Alternative überlegen.

Am Unterboden anzusetzen ist nicht empfehlenswert, denn meistens ist das Blech zu dünn und es kann passieren, dass sich die Wagenheberaufnahme dort hinein bohrt.

Also solltet ihr den Bus zur Restauration direkt an den Achsen aufbohren. Dort kommt nämlich kein Blech, sondern Stahl zum Einsatz und das ist stark genug, um das Gewicht tragen zu können.

Auch wenn ihr den VW T3 2 WD höherlegen wollt, solltet ihr an den Achsen ansetzen. Ebenso solltet ihr es mit weiteren Unterstellböcken sichern.

Wollt ihr den Camper dagegen nur auf einem Campingplatz stellen, so wären Reifenschuhe für etwa 45 Euro eine gute Wahl.

Dabei handelt es sich um Gummimatten mit Mulde, welche die Räder entlasten und das Gewicht besser verteilen.

Kauftipp 1: An den Motor sollten nur fachkundige Camper schrauben

So und damit kommen wir zur Kaufberatung. Man sollte sich immer das alte Sprichwort „wer billig kauft, kauft teuer“ im Hinterkopf behalten.

Bei den besonders günstigen Exemplaren, können immense Kosten entstehen, welche sich potenzieren, wenn man selbst nicht schrauben kann.

Wie bereits angesprochen, benötigt der Motor ordentliche Pflege. Bekommt er diese, belohnt er es dafür mit einem seidigen Lauf.

Daher ist beim Kauf zumindest der Motor einmal zu starten. Noch besser ist eine Probefahrt.

Wenn der Motor nicht rund läuft, so kann sich auch die Zündverteilerkappe verabschiedet haben.

Ansonsten sind bei alten Fahrzeugen auch poröse Unterdruckschläuche das Problem. Die Zylinderkopfdichtung sollte von vornherein ausgetauscht werden (nur bei den großen Benzin- und Dieselmotoren vorhanden).

Bei Haarrissen am Zylinderkopf gilt dagegen: Finger weg.

Kauftipp 2: Auf Roststellen und Schweißarbeiten achten

Wollt ihr beim VW T3 eine Standheizung nachrüsten, ist das grundsätzlich zu empfehlen, denn diese gab es serienmäßig nur gegen Aufpreis.

Achtet aber unbedingt auch auf Roststellen. Vor allem am Unterboden, den Schwellern und den Radläufen, kommt es häufig zu Korrosion.

Bei der Restauration sollte man also schweißen können. Neue Ersatzteile sind in der Regel selten, sodass man vorhandene Radläufe auch reparieren muss.

Schweller und tragende Teile müssen dagegen aus Sicherheitsgründen getauscht werden.

Vorgestellt: rarer VW T3 Westfalia Joker

Zum Abschluss wollen wir euch noch einmal das Modell T3 Westfalia Joker vorstellen. Äußerlich versprüht er den Charme der Achtziger und die Anfänge der neunziger Jahre.

So gibt es noch runde Halogenscheinwerfer und die vorderen Blinker sitzen an den Seiten. Der Westfalia Joker besitzt ein Aufstelldach, sodass man im Innenraum Stehhöhe erreicht.

Ansonsten ist der Innenraum einfach gehalten und kommt mit weißem Dekor und grauen Stoffbezügen.

Das Heckbett ist leicht vom restlichen Innenraum abgetrennt und durchaus gemütlich. Darüber hinaus gibt es auch noch eine Küche mit einem zweiflammigen Gaskocher und einer Spüle.

Ihr solltet aber genug Geld einplanen, denn gepflegte Exemplare sind mit rund zehntausend Euro einzuplanen. 

ZUSAMMENFASSUNG

Wenn ihr einen VW T3 aufbocken müsst, dann prüft vorher die Karosserie genau, denn in der Regel sind die verstärkten Wagenheberaufnahmen bereits verrostet.

Die Folge ist, dass sie das Gewicht nicht mehr tragen können. Für eine temporäre Geschichte solltet ihr euren Campingbus daher eher an den Achsen aufbocken.

Für den langfristigen Einsatz setzt man das alte Gefährte auf Reifenschuhe. Diese sorgen für eine gute Gewichtsverteilung und helfen so auch gegen platte Reifen.

Beim Kauf solltet ihr lieber zu gepflegte Exemplare greifen, denn marode Modelle können stark ins Geld gehen oder müssen gar verschrottet werden.

Ihr seid angefixt und wollt euch einen gebrauchten Campingbus mit Aufstelldach kaufen? Dann solltet ihr den folgenden Artikel “Gebrauchte Camper mit Aufstelldach und WC” auf CAMPERWELTEN nicht verpassen.

Titelfoto: VW T3 aufbocken (Quelle: vwt3/Racy)

Andy Kempinski

Andy ist Texter mit Leib und Seele. Neben Themen rund um Wirtschaft und Unterhaltungselektronik, interessiert er sich seit seiner Tour im Hymer 550 BS auch für den Bereich Camping und nutzt das Wochenende meist für kleinere Touren mit seiner Lebensgefährtin.

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