Fiat Ducato Euro 6 Ladebooster – Was Camper Wissen Müssen!


Moderne Wohnmobile sind mit einer Vielzahl an elektronischen Helferlein ausgestattet, die allesamt mit Strom versorgt werden müssen. Während es in früheren Zeiten normal war, dass die Lichtmaschine auch die Zweitbatterie mit Strom versorgte, ist dies heutzutage nicht mehr der Fall.

Hierbei spielen vor allem strengere Abgasvorschriften eine Rolle. Im folgenden Ratgeber wollen wir euch Tipps rund um das Thema Fiat Ducato Euro 6 Ladebooster geben.

Warum braucht der Fiat Ducato mit Euro 6 einen Ladebooster?

Beginnen wir zum Einstieg mit der Frage, warum aktuelle Fahrzeuge, die Motoren mit Euro 6 Norm besitzen, überhaupt einen Ladebooster brauchen. Die Euro 6 Norm ist verbunden mit strengeren Abgasvorschriften, d.h. die Motoren müssen so beschaffen, dass sie möglichst wenig Schadstoffe ausstoßen.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die meisten Hersteller auf eine intelligente Lichtmaschine. Eine solche Lichtmaschine läuft nicht dauerhaft mit, sondern nur solange, bis die Hauptbatterie geladen ist – ab diesem Punkt koppelt sich die Lichtmaschine aus.

In der Regel lädt die Hauptbatterie auch die Bordbatterie, allerdings nicht mit einer hohen Kapazität. Daher wird die Lichtmaschine bei Bergabfahrten wieder angeklemmt.

Die Folge ist allerdings eine nur unzuverlässige Ladung der Bordbatterie. Der einzige Hersteller, der auf dieses System verzichtet, ist Fiat, denn die optimieren die Abgasrückführung und schaffen so die Euro 6 Norm.

Obwohl der Fiat Ducato also auch noch ohne Ladebooster auskommen könnte, würde die Bordbatterie durch den Einbau eines Boosters länger geschützt werden. Das liegt daran, dass der Booster einen integrierten Ladeschutz besitzt und so die Batterie auch vom Netz trennen kann.

Diese Ladebooster gibt es

Es kann daher in einigen Fällen sinnvoll sein, einen Ladebooster zu verbauen – die Frage ist nur welcher, denn es gibt viele verschiedene. Hauptanbieter von Ladebooster sind Victron oder Votronic.

Allerdings gibt es auch noch andere Hersteller, wie beispielsweise von LEAB. Neben der Möglichkeit, sich einen Ladebooster zu verbauen, kann man sich auch ein Trennrelais einbauen, das eine etwas andere Funktion besitzt wie ein Ladebooster.

Durch ein Trennrelais wird die Bordbatterie nach dem Starten des Fahrzeugs zugeschaltet und somit von der Lichtmaschine aufgeladen. Das klingt jetzt zuerst einmal ganz gut, allerdings hat die Sache auch einen Haken, denn das Relais greift erst, wenn die Starterbatterie voll geladen ist.

Ein Ladebooster funktioniert etwas anders, worauf wir im nächsten Abschnitt eingehen. Grundsätzlich aber erst einmal der Hinweis, dass moderne Camper einen Ladebooster bis zu 70 Ampere besitzen dürfen.

Bei älteren Modellen sollte der Ladestrom maximal 50 Prozent der Lichtmaschinenleistung betragen – also vorher besser einmal nachmessen. Übrigens, bei Bleibatterien darf der Ladestrom dreißig Prozent betragen und bei Lithiumbatterien maximal fünfzig Prozent.

So funktioniert ein Ladebooster

Ladebooster heißen auch Ladewandler oder auch einfach nur Wandler und besitzen in der Regel deutlich mehr Funktionen als ein Trennrelais. Wenn also die Bordbatterie beim Fahren nicht lädt, dann könnte sich der Einbau eines Ladeboosters lohnen. 

So besitzt ein Booster beispielsweise auch eine Spannungsüberwachung der Starterbatterie, damit ein versehentliches Entladen eben jener verhindert wird. Darüber hinaus schaltet sich ein Ladebooster erst durch das D+ Signal der Lichtmaschine hinzu.

Dabei meldet der Wandler der Lichtmaschine einen Verbraucher, sodass diese auch dann mitläuft, wenn die Starterbatterie bereits geladen ist. Die Folge davon ist ein Aufladen der Bordbatterie und somit gibt es keine leeren Batterien mehr.

Ladebooster oder Trennrelais – was ist wann sinnvoll?

Ein großer Vorteil eines Ladeboosters ist, egal wie oft man mit dem Wohnmobil unterwegs ist – die Bordbatterie wird nie überladen. Selbst wenn beide Batterien voll aufgeladen sind, erkennt dies der Ladebooster und schaltet auf Ladeerhaltung um.

Ein Trennrelais ist hingegen etwas anders, denn sobald der Motor gestartet wird, werden beide Batterien gleichzeitig geladen. Einfache Trennrelais benötigen dabei keine D+ Leitung und den trennen die beiden Batterien nur, wenn der Motor ausgeschaltet wurde.

Intelligente Relais hingegen besitzen eine D+ Leitung und kappen die Verbindung, sobald die Bordbatterie voll geladen ist. Es hat sich allerdings gezeigt, dass bei Motoren mit intelligenter Lichtmaschine auf einen Ladebooster gesetzt werden sollte, da die Lichtmaschine nach etwa 30 Minuten nur noch 12,4 Volt lädt.

Bei Motoren bis Euro 5 hingegen reicht bereits ein Trennrelais aus.

Erfahrungsbericht – so gelingt der Einbau

Der Einbau eines Ladeboosters ist nicht ganz unproblematisch, allerdings schafft der Einbau in Verbindung mit einer Solaranlage mehr Freiheiten. Somit rangiert ein Eigenbau dann in der Sparte der autarken Wohnmobile.

Ladebooster sind verhältnismäßig klein und lassen sich so einfach in einem Schrank oder auch hinter einem Sitz platzieren. Danach kann der Ladebooster an das Bordnetz angeschlossen werden.

Beim Einbau sollte zudem unbedingt darauf geachtet werden, dass genug Platz unter dem Ladebooster ist, denn das Ding wird heiß. Darüber hinaus sollte es in die Nähe der Bordbatterie gesetzt werden.

Der Vorteil daran ist recht simpel, denn so kann das Kabel kurz gehalten werden, was wiederum Ladeverluste vorbeugt. Bei der Verbindung zwischen Motor- und Innenraum sollten alle Stellen des Kabels isoliert und darüber hinaus extra mit etwas Wellrohr geschützt werden.

Beim Anschluss ist unbedingt auf die Polung zu achten, da es ansonsten zu schweren Schäden kommen kann. Vor allem die Verkabelung ist ein wichtiges Thema, aber hier helfen sowohl Werkstätten als auch Fachfirmen wie die LEAB Automotive GmbH.

ZUSAMMENFASSUNG

Es hat sich gezeigt, dass bei neuen Wohnmobilen, die eine intelligente Lichtmaschine besitzen, unbedingt ein Ladebooster eingebaut werden sollte. Der Hintergrund ist, dass Modelle mit einer solchen Lichtmaschine, die Bordbatterie nicht genug laden können.

Ein Fiat Ducato benötigt keinen Euro 6 Ladebooster, da hier die Euro 6 Abgasnorm durch eine optimierte Abgasrückführung erreicht wird. Allerdings heißt das nicht, dass der Einbau nicht doch etwas bringt.

Durch den Einbau einer Solaranlage und eines Ladeboosters kann ein Fiat Ducato einen Schritt zu einem autarken Wohnmobil sein. Bei älteren Wohnmobilen hingegen kann bereits ein Trennrelais reichen – wobei man hier zu einem intelligenten Modell greifen sollte.

Ein Trennrelais schaltet dabei direkt nach Fahrtbeginn die Bordbatterie hinzu und so werden beide Batterien gleichzeitig mit Strom versorgt. Ein Ladebooster hingegen fungiert als Verbraucher und lädt so die Batterie.

Allerdings überwacht ein Ladebooster auch die Bordbatterie und kappt bei Bedarf die Verbindung.

Ihr seid auf der Suche nach einem passenden Ladebooster? Dann schaut euch unseren Vergleich zwischen den Ladeboostern Victron und Votronic an.

Titelfoto: Fiat Ducato Euro 6 mit Votronic Ladebooster (Quelle: Karabag & Greenakku)

Andy Kempinski

Andy ist Texter mit Leib und Seele. Neben Themen rund um Wirtschaft und Unterhaltungselektronik, interessiert er sich seit seiner Tour im Hymer 550 BS auch für den Bereich Camping und nutzt das Wochenende meist für kleinere Touren mit seiner Lebensgefährtin.

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