Wer campt, hat heutzutage in der Regel auch eine Wasserversorgung mit an Bord. Neben dem Frischwasserbehälter gibt es allerdings auch einen Grauwasserbehälter.
Diesen zu entleeren, ist eine eher lästige Aufgabe, welche man allerdings von Zeit zu Zeit machen muss.
Was ihr dabei beachten müsst und ob ihr bei eurem Wohnmobil das Grauwasser auch zuhause entsorgen könnt, klären wir im folgenden Ratgeber.
Was ist der Grauwassertank?
Zuerst einmal wollen wir uns damit beschäftigen, was ein Grauwassertank überhaupt ist, und man diesen regelmäßig mit einem Grauwassertank-Reiniger behandeln sollte.
Dieser besitzt meistens weniger Fassungsvermögen als der Frischwassertank.
Dieser Tank sitzt naheliegend unter dem Wohnmobil. Am tiefsten Punkt kann das Wasser zuverlässig abfließen.
Der Grauwassertank besitzt keine Heizung und so kann es passieren, dass der Abwassertank des Wohnmobils einfriert.
Um Gewicht zu sparen, besteht der Tank aus hochfesten GFK, welcher von Innen noch einmal mit lebensmittelechtem Epoxidharz beschichtet ist.
Zur Erklärung: GFK ist eine Abkürzung für Glasfaserkunststoff. Bei der Produktion werden eigentliche weiche Glasfasermatten mit Epoxidharz beschichtet.
Dies geschieht in mehreren Lagen. Das Endprodukt ist ein fester Kunststoff Verbund, der auch Stöße und Schläge abhält.
In der Regel wird der Tank auch noch einmal lackiert. Bei Frischwasserbehältern ist eine dunkle Farbe vorgesehen, damit sich im Inneren weniger Keime festsetzen.
Kommen wir einmal kurz zur Beschichtung und warum diese wichtig ist. Industrieller Epoxidharz ist nicht gereinigt und so können Partikel in die Flüssigkeit gelangen.
Der lebensmittelechte Harz besitzt diese Problematik nicht und wird beispielsweise auch zur Beschichtung von Getränkeflaschen und Getränkekartons eingesetzt.
Da Grauwasser aufbereitet werden kann und so in vielen Bereichen zum Einsatz kommt, ist diese Beschichtung wichtig und auch als Camper sollte man zu den hochwertigen Varianten greifen.
Grauwasser und Schwarzwasser: das sind die Unterschiede
Warum heißt Grauwasser eigentlich Grauwasser? Tatsächlich wird genutztes Wasser je nach dem Zweck unterschieden.
Bei dieser Unterteilung gibt es die folgenden drei Typen:
- Frischwasser
- Grauwasser
- Schwarzwasser
Frischwasser kennt jeder von uns und wird auch als Trinkwasser genutzt. Bei Grauwasser wiederum handelt es sich um leicht verschmutztes Abwasser.
Hierzu zählen die Abwässer, die durch Duschen, Baden, Waschen und Ähnliches entstehen.
In der Regel ist es möglich, Grauwasser wieder aufzubereiten und so unter Umständen auch als Brauchwasser zu nutzen.
Küchenabwasser, die viele Fette enthalten und auch die Abwässer einer Toilette gehören nicht mehr zum Grau-, sondern zum Schwarzwasser.
Zur Aufbereitung von Grauwasser kann ein Bio-Membranfilter genutzt werden, der die Erreger abhält.
Im großen Stil werden biochemische Prozesse genutzt, um Grauwasser zu reinigen. Übrigens ist Grauwasser auch in der EU-Norm 12056-1 definiert.
Der Grauwassertank darf nicht im Garten entleert werden
Damit kommen wir zu Frage, ob man Grauwasser eigentlich zuhause entleeren darf. Man könnte schnell auf die Versuchung kommen, denn schließlich handelt es sich ja nur um leicht verunreinigtes Wasser.
Tatsächlich darf man Grauwasser nicht im Garten und auch nicht im Gulli entsorgen. Der Grauwassertank muss immer der öffentlichen Kanalisation zugeführt werden.
Während des Campingurlaubs müsst ihr also die entsprechenden Entsorgungseinrichtungen oder Sanitäranlagen aufsuchen.
Warum eigentlich die Sanitäranlagen? Nun, diese sind mit der öffentlichen Kanalisation verbunden und somit darf Grauwasser auch im WC heruntergespült werden.
Damit kommen wir zu den Bußgeldern, denn es kann teuer werden, wenn das Grauwasser falsch entsorgt wird.
Wird das Grauwasser in einen See oder Fluss gekippt, der muss mit Bußgeldern zwischen fünfzig und fünftausend Euro rechnen.
Auch wenn ihr euren Wohnwagen oder euer Wohnmobil wascht, gibt es Dinge zu beachten. Dies darf nicht am Campingplatz direkt geschehen, sondern nur auf ausgewiesenen Waschplätzen.
Wird es trotz Verbot auf dem Campingplatz gemacht, muss mit bis zu eintausend zweihundertfünfzig Euro gerechnet werden.
Grauwasser im Camper ablassen: so macht ihr es richtig
Es ist also sehr wichtig, Grauwasser fachgerecht zu entsorgen. Wenn ihr euren Tank entleeren müsst und sich dieser nicht transportieren lässt, ist Erfindergeist gefragt.
So könnt ihr beispielsweise einen großen Eimer drunter stellen. Den vollen Eimer müsst ihr dann zur Entsorgungsstation bringen.
Alternativ gibt es auch portable Kassetten, die runde 25 Liter aufnehmen können!
Diese werden dann vom eigentlichen Tank getrennt und lassen sich zur Entsorgungsstelle transportieren.
Könnt ihr mit eurem Wohnmobil die Entsorgungsstelle anfahren, dann fahrt so dicht wie möglich an die Stelle heran.
Unter Umständen müsst ihr jetzt noch die Abdeckung des Bodeneinlasses öffnen. Schließlich öffnet ihr noch das Ablaufventil und lasst das Wasser ablaufen.
Ist die Stelle nur schwer erreichbar, besitzen einige Anbieter Hilfsmittel wie einen Verlängerungsschlauch oder einen Trichter.
So können wir festhalten, wo ihr bei eurem Wohnmobil den Abwassertank leeren könnt.
Wie oft muss man den Grauwassertank entleeren?
Damit kommen wir zur Frage, wie oft man den Grauwassertank eigentlich entleeren muss. Hier kommt es darauf an, wie oft man duscht und den Wasserhahn betätigt.
Als Richtwert gilt: Bei zwei Personen, die regelmäßig duschen und waschen, sollte der Tank einmal pro Woche entleert werden.
Kommen jetzt mehr Menschen zusammen, dann wird es häufiger notwendig, den Tank zu entleeren.
Doch auch wegen der Keimbelastung empfiehlt es sich, den Tank frühzeitig zu leeren (etwa alle zwei Wochen).
Selbst dann, wenn nur auf Campingplätzen geduscht und gewaschen wird.
Grauwassertank reinigen: Chlor hilft
An wenigen Plätzen ist es möglich, das Wohnmobil ans Abwasser anzuschließen. Dann muss man sich über die Entleerung keine Sorgen mehr machen.
Doch zurück zur Reinigung. Der Tank sollte mindestens einmal im Jahr gesäubert werden.
Dazu empfiehlt sich der Einsatz von Chlor (beispielsweise Pool-Reiniger). Diese sorgen schon einmal für eine gute Desinfektion.
Daneben sollte der Tank selbst auch noch geleert und zusätzlich mit Seifenwasser ausgewaschen und ausgeputzt werden.
Nutzt ihr den Tank nicht, dann solltet ihr diesen im Winter offen lassen. Der Frost selbst tötet viele Bakterien ab.
Dann steht dem Campingurlaub nichts mehr im Wege.
ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Artikel haben wir behandelt, ob ihr Grauwasser des Wohnmobils zuhause entsorgen könnt.
Dies konnten wir grundsätzlich mit einem „kommt darauf an“ beantworten. Es ist tatsächlich verboten, dieses Abwasser im Garten oder Gulli zu entsorgen.
Kippt ihr es dagegen in die Toilette oder in die Duschwanne, dann ist es erlaubt. Über diese Wege gelangt es in die reguläre Kanalisation.
Auf Campingplätzen gibt es für die Entsorgung spezielle Plätze. Diese müsst ihr anfahren und vor Ort entsorgen.
Alternativ geht aber auch ein Eimer, mit dem ihr das Abwasser dorthin befördern könnt.
Wenn ihr mehr über Abwassersysteme erfahren wollt, solltet ihr euch den folgenden Beitrag nicht entgehen lassen. Auf CAMPERWELTEN findet ihr zudem über 1.500 Artikel rund um das Thema Camping.
Titelfoto: Wohnmobil Grauwasser entsorgen (Quelle: boondockersbible)
