Bei der Wohnwagen Zuladung ist eine ausreichende Reserve eigentlich immer von Vorteil.
Dennoch gibt es Situationen, wo es sinnvoll sein kann, ein Fahrzeug beziehungsweise einen Wohnwagen abzulasten.
Ein Grund kann zum Beispiel sein, wenn nicht die richtige Führerscheinklasse vorhanden ist und du das Fahrzeug sonst nicht fahren dürftest.
Ein anderer Grund kann die begehrte 100er Zulassung sein.
Doch wie sieht es aus, wenn sich die Umstände später wieder ändern und mehr Zuladung benötigt wird?
Kann man einen Wohnwagen nach Ablastung wieder auflasten? Unter bestimmten Voraussetzungen ist dies sogar ohne bauliche Veränderungen möglich.
Ich habe mich mit dem Thema befasst und interessante Dinge für dich herausgefunden.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen.
Wie bekomme ich eine Wohnwagen 100 Zulassung?
Oben habe ich ja bereits angedeutet, dass es durchaus Gründe gibt, wo eine Ablastung sinnvoll sein kann.
Liegt das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns zum Beispiel über 3,5 Tonnen oder du bist im Besitz der Führerscheinklasse B, darfst du dieses Gespann nicht mehr führen.
Hier hilft nur eine Führerscheinerweiterung auf BE oder eine Ablastung um die entsprechenden Kilos. Natürlich könntest du dir auch einen neuen Wohnwagen kaufen, aber das ist nicht unbedingt die beste Option.
Darüber hinaus kann auch die beliebte 100er Zulassung ein Entscheidungskriterium für die Ablastung sein.
Liegt das Wohnwagen Gesamtgewicht über dem Leergewicht des Zugfahrzeuges, erlischt eine 100er Zulassung.
Auch hier muss dein Wohnwagen wieder um das entsprechende Gewicht abgelastet werden, um die 100er Zulassung zu erlangen.
Am Ende bedeutet dies meistens, Gewicht sparen im Wohnwagen, da die Zuladung entsprechend niedriger ausfällt.
Auch wenn einige Gründe für die Ablastung sprechen – in den meisten Fällen ist genau das Gegenteil der Fall und der Wohnwagen soll aufgelastet werden, da die Zuladung hinten und vorne nicht reicht.
Meistens ist der Wohnwagen überladen und eine Fahrt nicht möglich.
Was kostet eine Wohnwagen Ablastung?
Prinzipiell kannst du deinen Wohnwagen in der Regel beim Tüv, der Dekra oder der GTÜ ablasten.
Danach müssen die Änderungen noch in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden.
Dies geschieht auf der Zulassungsstelle.
Die Kosten für die Ablastung eines Wohnwagens liegen zwischen 50 und 100 Euro. Außerdem fallen noch Kosten für die Unbedenklichkeitsbescheinigung an.
Die Kosten dafür liegen je nach Hersteller zwischen 100 und 200 Euro.
Einige Hersteller haben dafür extra eine Servicestelle eingerichtet, wo die Bescheinigung unproblematisch angefordert werden kann:
Zudem kommen noch die Kosten für die Zulassungsstelle hinzu. Diese schwanken jedoch von Bundesland zu Bundesland.
Hier liegen die Preise im Durchschnitt zwischen 20 und 50 Euro.
Welche Vorteile hat eine Wohnwagen Ablastung?
In den meisten Fällen liegt das Problem eigentlich immer bei zu wenig Zuladung, weshalb eine Auflastung eher gewünscht wird, als eine Ablastung.
Aber es gibt auch Gründe, die für eine Ablastung sprechen.
Wie bereits erwähnt, hast du so die Möglichkeit, eine 100er Zulassung zu erlangen.
Sollte dein Führerschein nur Klasse B haben, hast du so zudem die Möglichkeit, das Gespann trotzdem zu ziehen, ohne einen BE Führerschein machen zu müssen.
Passt es später allerdings mit der Beladung nicht mehr, musst du eine Lösung finden.
Kommt zum Beispiel ein Mover oder Fahrradträger hinzu, kann es mit der Zuladung schnell eng werden und du musst dich auf das Nötigste beschränken.
Kann man eine Wohnwagen Ablastung rückgängig machen?
Eine abgelasteten Wohnwagen kannst du mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung auch wieder auflasten.
Diese Auflastung wird auch Dokumentenauflastung genannt und ist weniger aufwändig als eine Fahrwerks Auflastung, da hier keine baulichen Veränderungen durchgeführt werden müssen.
Doch wie funktioniert so eine Auflastung und wo kannst du die Unbedenklichkeitsbescheinigung bekommen?
Wie funktioniert eine Dokumenten Auflastung?
Eine Dokumenten Auflastung ist dann möglich, wenn das Fahrzeug Chassis bereits für höhere Lasten ausgelegt ist.
Am Wohnwagen sind so 100 bis 200 kg Auflastungen möglich.
Dafür benötigst du vom Hersteller eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung. Diese kannst du mittels Fahrgestellnummer beim Hersteller anfordern.
Mit dieser Bescheinigung musst du dann die Auflastung beim Tüv durchführen lassen und die Änderungen in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen.
Eine Auflastung kostet in diesem Fall zwischen 200 und 300 Euro.
Doch Vorsicht: Hast du dein Fahrzeug vorher aufgrund der 100er Zulassung abgelastet, entfällt diese mit der Auflastung wieder.
Ob dein Wohnwagen eine Tandemachse oder Einzelachse besitzt, spielt hier übrigens keine Rolle. Entscheidend ist, dass das zulässige Gesamtgewicht des Wohnwagens, das Leergewicht des Zugfahrzeugs nicht überschreiten darf, für die Zulassung.
In diesem Fall sind aber wie gesagt auch meistens nur 100 bis 200 kg Auflastungen möglich.
Soll das Fahrzeug höher aufgelastet werden, müssen bestimmte Fahrwerkskomponenten oder sogar das gesamte Fahrgestell ausgetauscht werden.
Wann lohnt sich eine Auflastung für Wohnwagen?
Prinzipiell lohnt sich eine Wohnwagen Auflastung natürlich dann, wenn du merkst, die Zuladung reicht dir nicht aus und dein Wohnwagen ist überladen.
Das kann zum Beispiel passieren, wenn Veränderungen hinzugekommen sind, wie ein
- Mover
- eine Klimaanlage
- eine Satellitenanlage
- eine Markise
- oder ein Fahrradträger
Sind die Achse und das Fahrgestell, wie oben bereits erwähnt, für höhere Lasten serienmäßig ausgelegt, kann die Auflastung einfach per Dokument erfolgen.
Hierbei handelt es sich um die günstigere und weniger aufwändige Variante.
Ist das Wohnwagen Zugfahrzeug Leergewicht niedriger als das Gesamtgewicht des Wohnwagens, entfällt die 100er Zulassung in diesem Fall.
Soll die Auflastung durch Fahrwerks Veränderungen erzielt werden, ist das Ganze oft aufwändiger und viel teurer.
Hier fallen Kosten zwischen 400 und 1.500 Euro an. Zudem muss alles vom Tüv abgesegnet werden.
Fazit
Bevor du dich für eine Auflastung oder Ablastung entscheidest, solltest du dir immer Gedanken darüber machen, ob es wirklich Sinn ergibt.
Sofern eine Dokumenten Auflastung möglich ist, lohnt es sich meistens eher. Hier sind oft aber nur 100 bis 200 kg mehr möglich.
Hast du dich für eine Ablastung entschieden, kannst du das Fahrzeug mittels UNbedenklichkeitsbescheinigung auch wieder auflasten.
In diesem Fall muss erneut eine Tüv Prüfung sowie eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere erfolgen.
Die Kosten dafür liegen zwischen 200 und 300 Euro.
Ich hoffe, dir hat mein Beitrag gefallen und ich konnte dir viele wichtige Tipps mit auf den Weg geben.
Es würde mich freuen, dich bald wieder auf CAMPERWELTEN begrüßen zu dürfen.
Titelfoto: Wohnwagen mit Auf- und Ablastung (Rechte: Canva)
