Wohnmobil Batterie Im Winter Ausbauen (was CAMPER sagt…)


Viele Wohnmobile als auch Wohnwagen haben sowohl eine Starterbatterie, die zum Anlassen des Fahrzeugs gedacht ist und eine Bordbatterie, mit der der Wohnraum mit Strom versorgt wird.

Diese Batterien unterliegen selbstverständlich einem Alterungsprozess und laufen, solange, wie beide Pole miteinander verbunden sind. 

Dadurch altern sie mit der Zeit, der Prozess kann aber durch ein Abklemmen verlangsamt werden. Im folgenden Ratgeber zeigen wir euch, ob ihr beim Wohnmobil im Winter die Batterie ausbauen müsst.

Darüber hinaus geben wir euch auch noch passende Tipps rund um Batterien an die Hand.

Es gibt viele Batterietypen

Besonders bei autarken Wohnmobilen kommen unterschiedliche Batterietypen zum Einsatz. Dies hat auch einen ganz einfachen Grund.

So sind in Flüssigkeit gebundene Blei-Akkus günstiger als beispielsweise die Derivate, die Lithium einsetzen. Besonders deutlich wird dies bei Starterbatterien.

So sind diese meistens in Flüssigkeit oder in Kieselsäure gebunden und können die Ladung nicht so lange halten.

Als Starterbatterie müssen die das allerdings auch nicht, da sie während der Fahrt durch die Lichtmaschine geladen werden.

Anders bei Bordbatterien, denn diese befinden sich nahezu im Dauereinsatz und müssen auch auf lange Sicht noch funktionieren.

Daher kommen hier AGM- oder Lithium-Ionen-Akkumulatoren zum Einsatz. Diese sind wartungsfreundlich, können nicht auslaufen und sind lange einsetzbar.

Allerdings sind diese auch vergleichsweise teuer und werden neben Campern beispielsweise auch bei Fahrzeugen mit Start/Stopp-Funktion eingesetzt.

Da Lithium-Ionen-Akkumulatoren noch einmal besser sind, kommen diese bei Elektrofahrzeugen zum Einsatz.

Somit halten wir fest, es gibt:

  • Blei- und Blei-Gel-Akkus (als Starterbatterie)
  • ebenso gibt es EFB-Batterien (nur für Fahrzeuge mit Start/Stopp-Funktion)
  • neu sind dagegen AGM- und Lithium-Ionen-Akkumulatoren (Bordbatterie)

Bezüglich der Pflege unterscheiden sich die Typen allerdings nicht besonders. Die neueren Typen besitzen im Vergleich eine besonders hohe Haltbarkeit.

Tipp 1: Die Batterie warm halten

Kommen wir also zu den Tipps, wie eure Batterie im Winter länger hält. Zuerst einmal ist Wärme essentiell.

So reagiert eine Batterie grundsätzlich sehr empfindlich auf besonders kalte als auch heiße Temperaturen. Wer den Akku aufgrund von zu wenig Platz nicht ausbauen kann, für den gibt es Wärmehüllen.

Diese Thermohüllen ähneln einer Kühltasche, in der der Akku hineingelegt wird. Die Batterie muss natürlich abgeklemmt werden.

Darin wird diese dann vor der Kälte geschützt und der Akku hält länger. Diese Schutzhüllen gibt es bereits für rund dreizehn Euro.

Tipp 2: Die Batterie richtig pflegen

Ihr kennt es von eurem Wohnmobil, Wohnwagen oder auch den eigenen Zähnen – ohne Pflege geht nichts.

Auch wenn ein Akkumulator lange seinen Dienst unauffällig verrichtet, muss auch dieser regelmäßig überprüft werden.

Dies gilt umso mehr, wenn man das Wohnmobil im Winter draußen stehen lassen möchte.

Dazu werden die Batterien ausgebaut und mit einem trockenen Tuch vom Schmutz befreit. Bei Batterien für alte Wohnmobile, muss zudem nachgeschaut werden, ob Batteriesäure nachgefüllt werden muss.

Ist das alles erledigt, wird etwas Batteriepolfett auf beiden Polen aufgetragen. Dieses gibt es bereits für etwa drei Euro.

Tipp 3: Erhaltungsladung ist wichtig

Der wohl wichtigste Punkt betrifft die Erhaltungsladung, denn auch wenn eine Batterie ausgebaut wird, sollte sie regelmäßig mit Strom versorgt werden.

Bei alten Ladegeräten musste man dazu immer noch die Batterie regelmäßig abklemmen und wieder anklemmen.

Heutzutage geht das glücklicherweise einfacher, denn moderne Geräte haben auch den Schalter „Erhaltungsladung“.

Dabei wird die Batterie voll aufgeladen und darf sich dann bis zu etwa fünfzehn Prozent entladen. Im Anschluss, lädt das Ladegerät wieder die Batterie.

Passende Ladegeräte fürs Wohnmobil gibt es bereits für siebzig Euro. Aber Achtung, diese sind nicht für Akkus von Motorrädern gedacht, denn dafür sind sie zu stark.

Andersherum sollte man auch keine Ladegeräte für Motorräder beim Wohnmobil einsetzen, denn dann kann erstens die Batterie nicht richtig geladen werden und auch Ladegerät wird schnell in die Knie gehen.

So erkennt ihr eine schwache Batterie

Selbstverständlich unterliegen Batterien einem Alterungsprozess und einem natürlichen Verschleiß. Damit diese nicht erst im Urlaub den Dienst quittiert, gibt es ein paar Maßnahmen, die unternommen werden können.

Wer kein Multimeter zur Hand hat, der kann das Wohnmobil vor einer Hauswand o.ä. parken. Wird es Dunkel, wird das Abblendlicht angeschaltet und gewartet.

Sollte es nach kurzer Zeit dunkel werden, so wird der Akku bald völlig fertig sein. Auch wenn der Camper schlecht anspringt, kann dies an einer defekten Batterie liegen.

Besser klappt es mit einem Multimeter (auch Voltmeter genannt). Diese kleinen Tester besitzen ein schwarzes (für den Minuspol) und ein rotes (für den Pluspol) Kabel.

Damit kann die Spannung (in V = Volt) der Batterie genau ermittelt werden (aber bitte nicht direkt nach der Fahrt, denn das verfälscht das Ergebnis).

Zuerst wird der Multimeter angeschaltet und entsprechend mit den Polen verbunden. Liegt der angezeigte Wert zwischen 12,4 Volt und 12,9 Volt, so ist die Batterie noch völlig in Ordnung.

Liegt der Wert darunter, sollte man über einen Austausch nachdenken.

Darum sind Batterien empfindlich gegenüber Kälte

Akkumulatoren unterliegen besonders im Winter einem hohen Verschleiß, denn bei den tiefen Temperaturen verlangsamen sich die chemischen Prozesse.

Es ist erwiesen, dass eine Batterie bei null Grad Celsius rund dreißig Prozent ihrer Leistung verliert. Warum bleiben dann im Winter aber Fahrzeuge wegen der Batterie liegen?

Dies hat mit den restlichen Bauteilen zu tun. Das Öl im Motor und auch die Kolben sind durch die Kälte recht schwergängig und der Anlasser benötigt mehr Kraft.

Diese Kraft holt er sich über die Starterbatterie, die durch die Kälte sowieso schon dreißig Prozent weniger Leistung besitzt.

Ist die Batterie überaltert, schafft diese den Druck einfach nicht mehr und das Womo springt nicht an. 

Bei Bordbatterien kann der Effekt durch die Gas- oder Dieselheizung im Wohnmobil vermieden werden.

ZUSAMMENFASSUNG

Aufgrund der geringen Temperaturen, ist es durchaus sinnvoll, beim Wohnmobil die Batterie im Winter auszubauen.

So kann sich der Akku nicht nur bei hohen Temperaturen wieder erholen, auch die Erhaltungsladung kann so einfacher durchgeführt werden.

Der Hintergrund ist, dass durch die Kälte, die chemischen Prozesse stark verlangsamt werden.

Wer wenig Platz hat, der sollte über den Einsatz einer passenden Thermohülle nachdenken, die ähnlich aufgebaut ist wie eine Kühlbox.

Wenn eine Batterie sich schnell entlädt, muss diese nichts zwangsweise defekt sein. Welche Ursachen noch dahinter stecken, lest ihr im folgenden Artikel

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Titelfoto: Ausbau Wohnmobil Batterie im Winter (Rechte: Canva.com)

Andy Kempinski

Andy ist Texter mit Leib und Seele. Neben Themen rund um Wirtschaft und Unterhaltungselektronik, interessiert er sich seit seiner Tour im Hymer 550 BS auch für den Bereich Camping und nutzt das Wochenende meist für kleinere Touren mit seiner Lebensgefährtin.

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